Die Umstellung auf Ökolandbau ist für viele landwirtschaftliche Betriebe eine Option: Im Konjunktur- und Investitionsbarometer Agrar des Deutschen Bauernverbandes (DBV) gaben 20 Prozent der Befragten an, „sicher“ oder „vielleicht“ in den nächsten zwei bis drei Jahren auf Öko umstellen zu wollen.
Positiv sei laut BBV-Ökoreferentin Daniela Gehler: Der Absatz von Öko-Lebensmitteln hat während der Pandemie einen deutlichen Schub bekommen. Vermarkter und Verarbeiter suchen händeringend Öko-Ware und werben um neue Umstellungsbetriebe.
Auch die Bayerische Staatsregierung setzt positive politische Signale für die Öko-Landwirtschaft – wie die Aufstockung der Förderung der Öko-Modellregionen oder die Verstärkung von Öko-Inhalten bei der Ausbildung von Landwirten, Bäckern, Metzgern und Köchen. „Aber künftig wird es schwieriger, Öko-Betrieb zu werden“, so Gehler. „Jeder Umstellungsbetrieb mit Pflanzenfressern, zum Beispiel Rindern, muss seine Tiere in Zukunft auf der Weide halten – Laufhöfe werden voraussichtlich nicht mehr ausreichen.“ Das Dilemma dabei: Nicht alle Betriebe können Weiden einrichten, zum Beispiel wenn stark befahrene Straßen zu überqueren oder wenn Grünlandflächen ungeeignet für Weide seien.
Eine weitere dunkle Wolke: Im Fördersystem der neuen EU-Agrarpolitik müssen ab 2023 alle Betriebe – und darunter auch die Ökobetriebe – mehr leisten für weniger Geld. Bei den sogenannten Eco-Schemes sind für Öko-Ackerbaubetriebe und intensivere Öko-Grünlandbetriebe wenig geeignete Maßnahmen dabei. Außerdem stehen zusätzlich Kürzungen bei der Ökolandbauförderung im Kulturlandschaftsprogramm bevor, wegen des Verbots der Doppelförderung.
„Nicht zuletzt besteht noch viel Luft nach oben bei ‚Öko aus Bayern‘ in Kantinen und Mensen – allein in der Gemeinschaftsverpflegung gibt es ein riesiges Absatzpotenzial mit 1,8 Millionen Essen jeden Tag“, so Gehler.