Der Ursprung der „Marktbeleuchtung“ könnte auf Juli 1933 zurückgehen. Aus Aufzeichnungen geht hervor, dass der Männerchor Wald aus der Schweiz seinerzeit Neubeuern einen Besuch abstattete. Ihr langjähriger Dirigent Felix Pfirstinger verbrachte seine Jugendzeit in Neubeuern. In der Gemeinde gibt es heute noch den Felix-Pfirstinger-Becher, aus dem bei besonderen Anlässen getrunken wird.
Der Ausflug der Schweizer Sänger wurde in vielen Details schriftlich festgehalten. Auszugsweise steht in der Reisebeschreibung:
„Mittlerweile ist die Dämmerung zur Nacht übergegangen. Da flammen Lichter auf, Lichter von ungezählten Kerzen. Die Fenster der Kirche, die Fenster jedes Hauses am Platze sind damit geschmückt; […]. Droben auf dem Hügel leuchten Schloss und Römerturm ins Land. So reden und flimmern all die vielen Kerzenlichter und es wird einem warm um’s Herz.“
Vielleicht war es eine Inspiration für die gemeinsamen Ausrichter des 30. Gaufestes des Bayerischen Inngau-Trachtenverbandes im Jahre 1951. Dies waren der VTEV „Edelweiß“ Neubeuern und der GTEV „Immergrün“ Altenbeuern. Die Festleitung hatten damals der Erste Vorstand Alois Mayr (Altenbeuern) und der spätere Erste Bürgermeister von Neubeuern Michael Schmidl. Es dauerte viele Jahre, bis wiederum eine Art „Marktbeleuchtung“ veranstaltet wurde.
Genau geschah es am Samstag, den 30. Juni 1951. Aus der Einladung der beiden Festvereine an die Trachtenvereine und Ehrengäste geht hervor, dass um 19 Uhr ein Standkonzert am Marktplatz stattfand. Um 19.30 Uhr wird ein „Großer Heimatabend mit Marktbeleuchtung und Feuerwerk“ veranstaltet.
Aus Trachtlerkreisen wurde angedacht, die Marktbeleuchtung alle fünf Jahre durchzuführen. Dazu kam es aber nicht. In den 50er-Jahren wurde die Marktbeleuchtung in unregelmäßigen Abständen von einer Privatperson mit jeweils circa 600 Kerzen organisiert. Es fand im Marktplatz ein Standkonzert statt und die Plattlergruppe durfte ihre Auftritte noch ohne Bühne auf der Straße verrichten. Toni Ernst vom Burgdacherl machte sich Anfang der 60er-Jahre stark für eine „Illumination“.
Diese sollte in den Monaten Juli und August alle 14 Tage durchgeführt werden. Ab 1964 wurde die Veranstaltung formell durch den Verkehrsverein Neubeuern übernommen und zunächst noch im kleineren Rahmen durchgeführt. Bemerkenswert ist, dass Hubert Reischl, seit 1964 1. Vorsitzender des Fremdenverkehrsvereins, mit unermüdlichen persönlichen Einsatz sowie der ständigen Ungewissheit des Wetters am Veranstaltungstag von 1964 bis 1993 die Veranstaltungsleitung innehatte.
Seit mehreren Jahren bestreiten überwiegend Einheimische oder aus der näheren Umgebung stammende Mitwirkende das offizielle Programm des Abends. Ziel des Veranstalters war und ist es unter anderem, den vielen Besuchern – besonders den „Fremden“ – einen Einblick in das bayerische Brauchtum zu geben. Dazu trägt auch der Ansager bei, der die Mitwirkenden vorstellt und zu den Darbietungen Hintergrundinformationen gibt. 19 Jahre war dies in bewährter Weise Hans Heibl. Seit 2005 hat diese Aufgabe und das Organisieren der Mitwirkenden Konrad Stuffer Junior übernommen.