Die Unternehmen laden wieder zum persönlichen Bewerbungsgespräch ein. Bei Schülern, die zum ersten Mal ein Bewerbungsgespräch vor sich haben, ist die Aufregung oft groß. „Personaler versuchen bei der Begrüßung daher erst einmal, eine angenehme Situation zu schaffen“, erzählt Vincenz Fauner, der für den Verein Pro Arbeit Rosenheim Schülern bei der Vorbereitung hilft. „Häufig eröffnen Personaler oder Ausbildungsleiter nach der Begrüßung das Gespräch mit Wohlfühlfragen, etwa wie die Anreise war und ob man den Weg gut gefunden hat“, so Fauner. Nach der Begrüßung stellen manche den eigenen Betrieb kurz vor, und möchten dann mit harmlosen Fragen etwas von ihrem Bewerber erfahren: „Erzählen Sie doch mal was von sich.“ Vincenz Fauner rät, an dieser Stelle etwas über die Lieblingsfächer in der Schule, über Hobbys und bereits absolvierte Praktika zu erzählen. Die Frage „Welche Praktika haben Sie denn bereits gemacht?“ wird ohnehin gerne gestellt. Wie so ein Gespräch weitergehen kann, hängt vom Ausbildungsberuf ab.
Beispiel Artan, 16 Jahre alt, 10. Klasse, im Gespräch mit Herrn Huber, der ein größeres Autohaus mit Werkstatt betreibt:
Herr Huber: „Haben Sie gut hergefunden?“
Artan: „Ja, danke. Die Beschreibung der Anfahrt auf Ihrer Internetseite war hilfreich. Ich bin mit dem Bus gekommen, da gibt es eine gute Verbindung.“
Herr Huber: „Was stellen Sie sich denn unter Kfz-Mechatroniker so vor?“
Artan: „Ich habe ein Praktikum in einer Kfz-Werkstatt gemacht und konnte dort die täglichen Abläufe und Aufgaben kennenlernen. Ich durfte zum Beispiel beim Reifen- und beim Ölwechsel und beim Einbauen von neuen Bremsscheiben helfen. Bei einem anderen Pkw wurde ein Navigationssystem nachgerüstet. Ich habe auch in meiner Freizeit meinem Vater immer geholfen, wenn es etwas am Auto zu richten gab: Reifen wechseln, Scheibenwischwasser auffüllen. Wir haben auch schon mal einen neuen Seitenspiegel montiert.“
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