Für andere da sein

von Redaktion

Wissenswertes rund um die Ausbildung zur Pflegefachkraft

Um die Beschäftigung in der Pflege attraktiver zu gestalten und den Wechsel zwischen den Fachrichtungen zu erleichtern, wurden die Ausbildungen in der Gesundheits-, Kranken- und Altenpflege im Jahr 2020 mit dem Pflegeberufereformgesetz zur „Pflegefachkraft“ zusammengefasst. Die Ausbildung zur Pflegefachkraft dauert in Vollzeit drei Jahre und in Teilzeit fünf Jahre. Wer eine zweijährige Ausbildung in einem Assistenz- und Pflegehelferberuf abgeschlossen hat, kann eine Verkürzung auf zwei Jahre beantragen. Mehr Lernstoff, mehr Stationen und eine bessere Vergütung sind wesentliche Merkmale der generalistischen Ausbildung. Ob die neue Pflegeausbildung den Beruf attraktiver macht, bleibt abzuwarten. Arbeitgeber und Berufsverbände wiederholen gebetsmühlenartig, dass die Pandemie verdeutlicht hat, wie dringend die Gesellschaft Pflegekräfte benötigt. Sowohl öffentliche als auch private pflegebildende Schulen bieten die Ausbildung kostenlos an. Die Schulen koordinieren dabei die Einsätze bei den Trägern für den praktischen Ausbildungsteil.

Im Praxiseinsatz sind Themenbereiche vorgegeben wie etwa Akutpflege, stationäre oder ambulante Langzeitpflege, Kinderkrankenpflege und psychiatrische Versorgung. Die Auszubildenden können aber Schwerpunkte setzen und eine Ausbildungseinrichtung wählen. Im Krankenhaus liegt dann der Fokus auf der Akutpflege. In der Altenpflege gibt es die Vertiefung „Langzeitpflege“. Die theoretische Ausbildung ist für alle gleich und umfasst Pflegewissenschaft, Medizin und weitere naturwissenschaftliche und sozialwissenschaftliche Fächer. Unabhängig von der Vertiefung qualifizieren sich die Absolventen für alle Einsatzbereiche und Einrichtungen.

Spezialisierungen
nach wie vor möglich

In der generalistischen Ausbildung können sich die Auszubildenden nach zwei Jahren entscheiden, ob sie eine Fachrichtung wählen möchten. Diese Vertiefung ist dann beispielsweise als Kinderkrankenpfleger/in möglich. Wer eine Ausbildung ohne Vertiefung fortführt, erhält den Abschluss Pflegefachfrau/mann. In der generalistischen Ausbildung durchlaufen die Auszubildenden alle Bereiche der Gesundheits- und Krankenpflege und natürlich auch die Pädiatrie. Diese ist ein verbindlicher Themenblock im ersten und zweiten Ausbildungsjahr. Im dritten Lehrjahr können sich Auszubildende dann spezialisieren. Wer einen praktischen Vertiefungseinsatz in der Kinderkrankenpflege gewählt hat, kann den Abschluss als Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/in machen. In dem Fall werden dann im dritten Jahr auch in der Theorie andere Inhalte vermittelt. Wer sich für diese Variante entscheidet, erhält keinen Abschluss als Pflegefachmann/-frau, sondern ist auf die Kinderkrankenpflege festgelegt. Das gilt auch für den Abschluss als Altenpfleger/in, für den sich Auszubildende ebenfalls vor dem dritten Ausbildungsjahr entscheiden können. Im Gegensatz zum generalistischen Abschluss sind diese beiden Abschlüsse nicht EU-weit anerkannt.

Option Studium

Die Ausbildung kann im Rahmen eines dualen Hochschulstudiums absolviert werden. Die TH Rosenheim bietet zum Beispiel den ausbildungsintegrierenden Bachelorstudiengang Pflegewissenschaft an. Laut Angaben der TH Rosenheim wird das duale Studium in Vollzeit angeboten mit einer Ausbildungsvergütung von rund 1200 Euro brutto pro Monat.

Die Regelstudienzeit beträgt sieben Semester, also dreieinhalb Jahre. Auch bereits examinierte Pflegefachpersonen können studieren. Die TH Rosenheim bietet etwa die Möglichkeit, bis zu 50 Prozent der beruflichen Tätigkeit mit dem Studium zu verbinden und in drei Jahren den akademischen Abschluss Bachelor of Science (B.Sc.) zu erwerben. In Teilzeit dauert diese Option sechs Semester, es kann aber auch in vier Semestern in einem Vollzeitstudium absolviert werden. Ob duales Studium oder „nur“ berufliche Ausbildung zur Pflegefachkraft: Der Berufsabschluss qualifiziert für alle Pflegebereiche. Ob Krankenhaus, Altenpflegeheim, ambulanter Pflegedienst oder Kinderkrankenhaus, Rehaklinik oder Entwicklungsdienst. Ausgebildeten Pflegefachleute stehen somit viele Türen offen, auch im europäischen Ausland. vk

Artikel 1 von 11