Das Spielbrett der Kindergarten-Konzepte

von Redaktion

Diverse Möglichkeiten der Betreuung in Kitas

Jedes Kind ist individuell und hat unterschiedliche Ansprüche und Bedürfnisse. Daran hat sich auch die Kindertagesbetreuung angepasst und entwickelt immer mehr Konzepte.

Der Waldkindergarten

1968 von Ursula Sube erstmals in Deutschland etabliert, kommt das Konzept ursprünglich aus Skandinavien. Die Idee: Die Kreativität in der Natur anzuregen und mit ihr im Einklang zu leben. Daher wird auch oft vom Naturkindergarten gesprochen. Es gibt keine Bausteine oder Spielfiguren, sondern es wird mit dem gespielt, was die Natur hergibt, wie etwa Matsch, Äste oder Blätter. Egal, welche Wetterbedingungen herrschen, die Kinder spielen in der Regel draußen; nur für gefährliche Wetterlagen gibt es Unterstände oder Bauwagen.

Der Bewegungskindergarten

Dieses Konzept beruht auf dem natürlichen Bewegungsdrang des Kindes. Es sieht Bewegen, Handeln, Fühlen, Denken und Wahrnehmen als eine sich gegenseitig ergänzende Einheit. Die Räume sind mit Materialien ausgestattet, die zur Bewegung animieren und sie fördern. Das können Schaukeln, Taue, Bälle, Tücher oder kleine Kletterwände sein. Die motorischen Grundbewegungen wie Laufen, Klettern oder Balancieren werden dadurch besonders gefördert, um „selbstbestimmtes Lernen durch Bewegung“ zu erschaffen.

Der Reggio-Kindergarten

Loris Malaguzzi aus der italienischen Stadt Reggio nell’Emilia war als Psychologe und Pädagoge der Ansicht, dass Kinder durch ihre neugierige Art ihren Kindergarten-Tag selbst gestalten sollen. Dieses Erziehungskonzept basiert darauf, dass sich Lernen aus dem Alltag ableitet und somit die Selbstständigkeit gefördert wird. Der Kindergarten hat einen zentralen Platz, die „Piazza“, die beispielsweise von Ateliers, Werkstätten oder Denk-Ecken umgeben ist.

Der Waldorf-Kindergarten

1920 erschuf Rudolf Steiner dieses Konzept, bei dem es um den Einklang von Seele und Geist geht. Inkludiert ist ein fester Alltagsrhythmus und die Pädagogik konzentriert sich auf die kreative und musikalische Förderung der Kinder. Das Lernen funktioniert hier durch Nachahmen und Beobachten.

Der Freinet-Kindergarten

Celestin und Elise Freinet konzipierten 1920 in Südfrankreich diesen Entwurf, in dem sich die Persönlichkeit des Kindes frei entfalten soll. Das Ziel: Kindern einen verantwortungsvollen und achtsamen Umgang mit der Umwelt beizubringen. Hier entscheiden Kinder selbst, wie sie ihren Tag gestalten.

Das Montessori-Kinderhaus

Die italienische Ärztin Maria Montessori sagte, dass jedes Kind einen „Bauplan der Seele“ in sich trägt. Dabei ist das eigenständige Lernen und Entscheiden der Kinder von Bedeutung. So wird ihnen die Chance gegeben, Dinge selbst auszuprobieren, Fehler zu erkennen und diese zu korrigieren. Die Erzieher unterstützen lediglich. Speziell entwickelte Montessori-Materialien in den Kategorien Sprachförderung, Bewegung, Sinnesbildung oder mathematisches Verständnis fördern das Prinzip „Hilf mir, es selbst zu tun“.

Der spielzeugfreie Kindergarten

Seit 1992 wird sich hier der Konsumgesellschaft entgegengestellt. Da Spielzeug oft eine kleine Erwachsenenwelt darstellt, soll hier die Kreativität angeregt werden, indem die Kinder ihr eigenes Spielzeug herstellen. Besonders das Nichts-Tun und Tag-Träumen der Kinder wird unterstützt.

Der bilinguale Kindergarten

Aus dem Namen lässt sich schon herleiten, dass die Kinder ihren Kindergarten-Alltag zweisprachig erleben. Vor allem in Grenzgebieten oder Großstädten finden sich bilinguale Kitas.

Der integrative Kindergarten

Kinder mit und ohne Behinderung werden hier gemeinsam betreut. Es sollen Werte wie Rücksicht und Toleranz gestärkt werden. Jedes Kind wird gleichermaßen in die Aktivitäten eingebunden. ARAG

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