Rund ein Drittel des Lebens verbringt ein Mensch im Schlaf. Die benötigte Schlafdauer ist dabei individuell sehr unterschiedlich, manche brauchen acht Stunden, um sich ausgeruht und fit zu fühlen, andere nur sechs. Es gibt auch Menschen, die mit vier bis fünf Stunden Schlaf pro Nacht auskommen. Jede und jeder sollte sein individuelles Schlafbedürfnis kennen und sich danach richten. Interessante Fakten hier auf einen Blick:
Unterschiedliche
Schlafphasen
Der Schlaf verläuft in Zyklen, die im Mittel 90 Minuten dauern, und sich aus dem REM-Schlaf (auch als Traumschlaf bezeichnet) und dem Non-REM-Schlaf (Schlafstadien I, leichter Schlaf, bis IV, tiefer Schlaf) zusammensetzen. Jeder dieser Zyklen wiederholt sich etwa drei- bis fünfmal pro Nacht. In den ersten beiden Zyklen findet der erholsame Tiefschlaf statt. Danach nehmen die Tiefschlafphasen zeitlich ab, die REM-Phasen werden länger.
Schlafen ohne Ruhe
und Erholung
35 Prozent der Deutschen fühlen sich häufig morgens nicht ausgeruht; es sind mehr Frauen (40 Prozent) als Männer (31 Prozent); nur acht Prozent gaben an, sich so gut wie niemals unausgeschlafen zu fühlen. Zu wenig oder schlechter Schlaf ist keine Nebensächlichkeit, dauerhaft wirkt er sich gravierend auf die Gesundheit aus.
26 Prozent der Deutschen sind schon am Steuer kurz eingeschlafen. Bei Männern sind es sogar 36 Prozent, während bei Frauen es nur 16 Prozent sind.
Lärm, Schnarchen, Schlafapnoe, Stress, ständige Erreichbarkeit, hohe Anforderungen im Leben, nicht abschalten können oder endlose Gedankenspiele nachts – es gibt zahlreiche Ursachen, die Menschen den Schlaf rauben. Guter Schlaf ist aber die Grundvoraussetzung für Gesundheit, Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit. Die Schlafmedizin hilft dabei, organische und psychische Gründe für eine mögliche Schlafstörung herauszufinden.
Eigenständig
nachforschen
Wenn keine biologischen Ursachen für Schlafstörungen ausgemacht werden können, ist herauszufinden, was einem den Schlaf raubt, angefangen beim Schlafkomfort.
Es lohnt sich, zu prüfen, ob man auf einer passenden Matratze liegt oder ob dunklere Vorhänge nötig sind, um störende Lichtquellen abzuschaffen.
Ein Abendritual kann das Einschlafen erleichtern oder die Umstellung der Ernährung. Je besser man über den Schlaf und das, was ihn fördert beziehungsweise stört, Bescheid weiß, desto leichter können Störfaktoren beseitigt und die Schlafqualität verbessert werden.
Mehr als die Hälfte aller Männer und 40 Prozent aller Frauen über 50 Jahre schnarchen. Bei mehr als einem Drittel der Schnarcherinnen und Schnarcher kommt es zusätzlich zu einer relevanten Anzahl von Atempausen, die von wenigen Sekunden bis hin zu mehreren Minuten dauern können. Dann spricht man von „Schlafapnoe“. Diese Atemaussetzer gehen oft mit einem Abfall des Sauerstoffgehalts im Blut einher. Das löst ein Alarmsignal für den Organismus aus: Blutdruck, Herzfrequenz, Muskelspannung, Wachheit, Adrenalin- und Cortisol-Ausschüttung steigen erheblich an und verhindern oder stören den wichtigen Tief- und Traumschlaf, die nächtliche Regeneration und die Erholung.
Schlafstörungen als
Krankheitsursache
Schlafstörungen sind ein zentraler Risikofaktor für Herz-Kreislauferkrankungen, Schlaganfälle, Diabetes, Depressionen und die geistige Leistungsfähigkeit.
Der deutschen Wirtschaft gehen jährlich 60 Milliarden Euro durch Produktivitätsausfälle und circa 210000 Tage am Arbeitsplatz infolge von Schlafstörungen verloren.