Modernisierte Ausbildung

von Redaktion

Neuordnung der Ausbildung für angehende Steuerfachangestellte kommt pünktlich zum Ausbildungsstart

Die Anforderungen für Steuerfachangestellte haben sich in den vergangenen Jahren wie in vielen anderen Berufen auch verändert. Die derzeitige Ausbildungsordnung stammt jedoch noch aus dem Jahr 1996. Zeit also für eine Reihe von Modernisierungen.

Hintergrund ist, dass sowohl in den Steuerberatungskanzleien als auch in der Finanzverwaltung in den letzten Jahren zunehmend elektronische Verfahren Einzug gehalten haben, etwa bei der Steuererklärung, der Betriebsprüfung oder der Buchführung. Ein weiterer zentraler Punkt: Auch die Kommunikation mit den Mandanten hat sich weiterentwickelt.

Diese Veränderungen wirken sich auf die Tätigkeit der Steuerfachangestellten aus und machen eine Neuordnung des Ausbildungsberufes notwendig. Zudem sind sich viele der beteiligten Akteure einig, dass eine Aufwertung der Zwischenprüfung angezeigt ist.

Kommunikation und digitale Kompetenz

Um Auszubildende in diesem Beruf effektiv auf die Herausforderungen vorzubereiten, haben das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) und die Bundesministerien die Ausbildungsordnung entsprechende Modernisierungen auf den Weg gebracht.

Mehr Beratung, digitale Anwendungen und nachhaltigere Arbeit – diese Punkte beeinflussen die neue Ausbildungsordnung. Zusammen mit dem BIBB, den Bundesministerien sowie den Sozialpartnern und Sachverständigen aus der Praxis wurde die Ausbildungsordnung umgestaltet. Sie soll zum 1. August 2023 und damit rechtzeitig zum Ausbildungsbeginn im kommenden Jahr in Kraft treten.

Zwischenprüfung bleibt

Während es weiterhin eine Zwischen- und Abschlussprüfung geben wird, wurde ein simuliertes Beratungsgespräch eingeführt. Damit soll der neue Schwerpunkt auf Beratung geprüft werden. Die Ausbildung in der Berufsschule wird jetzt in zwölf handlungsorientierte Lernfelder aufgeteilt, unter anderem „Jahresabschlüsse erstellen und auswerten“ und „Buchführungsarbeiten durchführen“. Der neue, detaillierte Rahmenlehrplan sowie die Ausbildungsordnung finden sich auf der Webseite des BIBB.

Mehr als ein Händchen für Zahlen

Steuerfachangestellte sind in Kanzleien von Steuerberatern, Wirtschaftsprüfern sowie vereidigten Buchprüfern oder bei Berufsausübungsgesellschaften sowie in vergleichbaren Bereichen der Wirtschaft tätig. Ihr Berufsalltag ist abwechslungsreich: Arbeitsprozesse organisieren, Buchführungen und Aufzeichnungen erstellen und auswerten, Entgeltabrechnungen durchführen, Jahresabschlüsse vorbereiten und erstellen sowie Einnahmenüberschussrechnungen erstellen, die Beratung von Mandantinnen und Mandaten in betriebswirtschaftlichen Angelegenheiten vorbereiten und unterstützen, Verwaltungsakte prüfen und Rechtsbehelfe vorbereiten, Steuererklärungen erstellen sowie steuerliche Anträge vorbereiten und übermitteln, mit internen und externen Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartnern kommunizieren und kooperieren, digitale Geschäftsprozesse umsetzen, Verschwiegenheitspflichten und berufsrechtliche Vorgaben erkennen und einhalten. All das erfordert nicht nur ein Händchen für Zahlen, sondern auch kommunikative Kompetenzen. re

Artikel 1 von 11