Die Gemeinde Niederbergkirchen zählt mit ihren etwas mehr als 1200 Einwohnern zu den kleineren Gemeinden im Landkreis. Dass sich hier aber einiges tut, zeigt schon, dass im Herbst 2022 im Ortsbereich zeitweise fünf Kräne gleichzeitig in den Himmel reckten. Die reizvolle Wohnlage des Ortes im tertiären Hügelland zwischen Mühldorf und Neumarkt-St. Veit trägt dazu bei, dass die Einwohnerzahl stabil ist, ja sogar leicht ansteigt. Gemeinsam mit Erharting und Niedertaufkirchen bildet die Gemeinde die Verwaltungsgemeinschaft Rohrbach.
Die landwirtschaftliche Prägung ist zwar nach wie vor erkennbar, aber der fortschreitende Strukturwandel trägt zu einem stetigen Absinken sowohl der Vollerwerbsbetriebe als auch der Milchviehbetriebe bei. Großflächige Industrieansiedlungen sind sowohl lagebedingt als auch wegen der verkehrsgünstig gelegenen Nachbargemeinden nicht möglich, weshalb die Gewerbesteuereinnahmen nur einen kleinen Teil des Gemeindehaushalts abdecken.
Ausbau des Solardorfs
geht weiter
Schon rund zwei Jahrzehnte spielt der Ort in der Solarbundesliga eine hervorragende Rolle, da seit Langem sehr viele Dächer mit Solarthermie- und Photovoltaikanlagen belegt sind. Einzigartig dürfte es auch sein, dass sich viele Bürger, die keine eigenen Dächer oder Grundstücke besitzen, an einem der inzwischen neun Bürgersolarkraftwerke beteiligen konnten. Weitere Freiflächenanlagen sollen 2023 nahe Kinning gebaut werden. Ob dort allerdings wieder eine Bürgerbeteiligung möglich sein wird, ist noch nicht bekannt. Flächen für Windräder lassen sich im Gemeindegebiet schon wegen der Streusiedlung nicht finden. Die Gemeinde hat in einer Umfrage das Interesse an einer zentralen Wärmeversorgung erkundet. Ob es aber zeitnah zu einer Verwirklichung kommt, steht noch in den Sternen.
Die Wassergewinnung liegt in Händen der Wassergenossenschaft, die in der Nähe von Höllberg zwei Tiefbrunnen mit Behälter und Maschinenhaus betreibt und das Wasser an die Gemeinde verkauft, die es an fast alle Haushalte verteilt. Einen ansehnlichen Teil des für die Pumpen notwendigen Stroms erzeugt die Genossenschaft mit einer Photovoltaikanlage. Große Teile der Gemeinde sind an eine zentrale Abwasserbeseitigung angeschlossen, deren Abwässer zur Reinigung an die Kläranlage in Mühldorf geleitet werden.
Eine grundlegende Sanierung des Schulhauses vor 20 Jahren mit viel Eigenleistung trug zum Erhalt der Grundschule, die zusammen mit der Nachbargemeinde Niedertaufkirchen betrieben wird, bei. Wegen deutlich steigender Geburtenzahlen in beiden Gemeinden ist der Bestand langfristig gesichert. Die Fertigstellung des Kindergartenerweiterungsbaus 2021 ermöglicht es nun, zwei Ganztagsgruppen parallel anzubieten.
Nach Beendigung der meisten pandemiebedingten Einschränkungen haben auch die Vereine wieder ihren gewohnten Betrieb aufgenommen, sodass gerade für Kinder und Jugendliche wieder zahlreiche Möglichkeiten sinnvoller Betätigung vorhanden sind. Der Sportverein bietet besonders im Bereich Fußball und Tischtennis Trainings- und Wettkampfmöglichkeiten. Rege Jugendarbeit betreiben auch die beiden Schützenvereine und die beiden Feuerwehren sowie die Katholische Landjugend. Als wichtige Treffpunkte dienen das Gasthaus Schützenwirt mit seinen vollautomatischen Schießständen, das Pfarrheim und das Haus der Familie im Mesnerhaus. Da die Gemeinde beinahe schuldenfrei ist, kann sie auch für den Erhalt der Gemeindestraßen, die Sanierung der Sporthalle und des Schulhauses sowie für die Ausrüstung der Feuerwehren das notwendige Geld bereitstellen. bic