Gemeinde lebt vom Tourismus

von Redaktion

Viel Kleingewerbe macht den Ort am Chiemsee aus, es gibt keine größeren Firmen am Ort. Das meiste Gemeindegebiet liegt im Landschaftsschutzgebiet, sodass Gstadt kein echtes Gewerbegebiet ausweisen kann. Im Gegenzug bedeutet das aber eine einmalige Lage und damit auch eine gute Einnahmequelle: Man lebt vom Tourismus.

Die Zahlen sprechen für sich. Trotz Corona konnte die Tourist-Info schon 2021 einen Aufwärtstrend vermelden. Und 2022 war es noch besser. Machten 2019 gut 88000 Übernachtungsgäste Halt in Gstadt, so waren es allein bis Ende September 2022 fast 85000. Da war der goldene Oktober noch nicht einmal miteingerechnet, betont Bürgermeister Hainz.

Neben der guten Ausgangslage für Hotel-, Pensions- und Ferienwohnungsbetriebe – aktuell sind es 54 Vermieter – bietet Gstadt auch Ausstellern und Seminarveranstaltern Räumlichkeiten, die das ganze Jahr über gut ausgelastet waren. Ein Besuchermagnet war trotz des regnerischen Wetters das Streetfood-Festival im August.

Ausbau mit
Augenmaß

Schon seit einigen Jahren sei man im Gespräch mit einem Hotelier, der ein neues Hotel beziehungsweise einen Anbau an den bestehenden Hotel-Komplex „Chiemsee-Panorama“ plant. Ein erster konkreter Antrag erging im Herbst 2022 und lautete auf Ausbau zu einem zweigeschossigen Hotel samt Tiefgarage und 100 Betten. Mit Augenmaß soll der Tourismus ausgebaut werden, betont Bürgermeister Hainz. Die Gemeinde habe mit einem vorhabenbezogenen Bebauungsplan die Planungshoheit. Das Gebiet drumherum muss nun dafür angepasst werden, was Bürgermeister Hainz per se nicht schlimm findet, denn: „Mit der Erweiterung wird die Verkehrssituation am Hafen entzerrt und der Hang Richtung See wird begrünt.“ Somit fügt sich der Erweiterungsbau ein. Die direkte Zufahrt soll über die Reiterstraße erfolgen, auch die Zufahrt zur Tiefgarage erfolgt dann nicht mehr über die Seestraße.

Mit Augenmaß soll der Tourismus ausgebaut werden. Ein neues Highlight wird der Mund-Art-Weg werden, der im Frühjahr eröffnet werden soll und der sich dem Themenfeld „Kräuter“ widmet. Bei dem Praxisprojekt der Franziska-Hager-Mittelschule, das in Zusammenarbeit mit den Gemeinden Aschau, Bernau, Breitbrunn, Eggstätt, Gstadt, Prien und Rimsting entstand, werden entlang von Wanderwegen in den einzelnen Gemeinden den Spaziergängern themenbezogen regionale Mundart-Ausdrücke vorgestellt. Prioritäten setzen Rathauschef Hainz und der Gemeinderat für die Planung des Baugebiets am Maierholz und den Ausbau des Kinderhauses.

Weitere Aufgaben im kommenden Jahr sind die Überplanung des Grundstücks an der Breitbrunner Straße, die Ortsteilsanierung von Loiberding und die Gehsteigsanierungen in Gollenshausen in größerem Stil.

Eine gemeinsame Bauhoftankstelle für die beiden Gemeinden Breitbrunn und Gstadt mit der Standortgemeinde Gstadt soll ebenfalls angegangen werden, die Rechtsaufsicht hat inzwischen grünes Licht für die weitere Planung gegeben. elk

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