Ein Teil von Schechens Zentrum wird in Zukunft völlig anders aussehen. Dort, wo jetzt noch Fußball gespielt wird, soll ein Wohngebiet, eventuell auch ein Gewerbegebiet, ein Kindergarten und ein Nahversorger entstehen. Der Fußballplatz mit einem neuen Gemeinschaftsgebäude zieht an den nördlichen Ortsrand von Schechen und soll größer und schöner werden.
Der Bereich südlich der Rosenheimer Straße vor dem Bahnübergang wird völlig neu überplant. Insgesamt geht es um eine Grundstücksfläche von 30700 Quadratmetern. Auf der Fläche direkt an der Rosenheimer Straße ist auf rund 7700 Quadratmetern ein Einkaufszentrum vorgesehen. Neben einem Edeka sollen ein Bäcker sowie eine Apotheke ansiedeln.
Im südlichen Teil des Grundstücks wird der gemeindliche Naturkindergarten untergebracht, der derzeit übergangsweise im Tannenweg eingerichtet ist. Was die Fläche dazwischen angeht, sind die Planungen noch relativ offen. Laut Schechener Gemeindeverwaltung gehen derzeit vermehrt Nachfragen nach Gewerbeflächen ein. „Wir haben Flächen für große Betriebe, aber kaum etwas für kleinere Firmen wie Handwerker“, so Bürgermeister Adam. Vorstellen könne man sich eine Art eingeschränktes Gewerbegebiet plus Wohnbebauung.
Im Wohngebiet könnten auch Parzellen für Mini-Häuser, sogenannte „Tiny-Houses“ entstehen. Bürgermeister Adam erklärt, dass die Verwaltung bereits mehrere Anfragen für diese Art des Wohnens erhalten habe. Herkömmliche Baugrundstücke seien für die Mini-Häuser aber viel zu groß – mehrere daraufzustellen meist nicht zulässig. Vorstellbar sei eine Fläche von rund 1000 Quadratmetern für acht bis zehn Parzellen. Karl-Heinz Salzborn, Geschäftsleiter der Gemeindeverwaltung, bekräftigt: „Wir haben uns gefragt, ob wir nur wieder eine Doppelhaussiedlung haben wollen, oder ob wir es einmal wagen sollen, mitten in Schechens Zentrum einen neuen Weg zu gehen.“
Planung mit
Tiny-Haus-Siedlung
Im Gemeinderat einigte man sich schließlich, unter Berücksichtigung einer Tiny-Haus-Siedlung weiter zu planen.
Nach dem Bekanntwerden des Vorhabens gab es in der Gemeinde ein „Riesen-Echo“, wie der Bürgermeister berichtet. Einige Leute hätten im Rathaus angerufen und wollten direkt eines der Grundstücke mieten. Weil sich die städtebaulichen Planungen am Sportplatzgelände noch hinziehen werden, hat man in der Gemeinde nun eine andere Möglichkeit gefunden, das mit den Minihäusern schon einmal auszuprobieren. Ein brachliegendes, gemeindeeigenes Baugrundstück an der Rosenheimer Straße, das ehemalige Kirchthaler Anwesen, könnte genutzt werden. Das Grundstück liegt baurechtlich im Innenbereich im Sinne des § 34 Baugesetzbuch und grundsätzlich bebaubar. Die Verwaltung schlug vor, im Rahmen eines Flächenpachtmodells einzelne Parzellen an Interessenten zu vergeben. Fünf Parzellen wären möglich. Die Parzellengröße würde rund 200 Quadratmeter betragen, ein Pachtzins von einem Euro pro Quadratmeter wäre denkbar. Auflagen wie eine Größenbegrenzung der Tinyhäuser könnten gemacht werden. Der Vorschlag war, die Pachtverträge auf fünf Jahre zu befristen. Aktuell wird jedoch noch die bauplanungsrechtliche Zulässigkeit von Tinyhäusern im sogenannten unbeplanten Innenbereich mit den Fachbehörden geprüft. Mit einer verbindlichen Entscheidung hierüber rechnet die Gemeindeverwaltung Anfang des kommenden Jahres. Nach einer positiven Rückmeldung soll das Vorhaben zeitnah umgesetzt werden. khe