Neues Ortsviertel in Haidholzen

von Redaktion

Ein Hallenbad vielleicht? Oder doch eine Bibliothek, beziehungsweise ein Museum? Und wie wär’s mit einer größeren Grünanlage, einem Park? Vielfältig und bunt waren die allerersten Vorschläge derjenigen Bürger gewesen, die im Herbst 2020 an einem Workshop zum zukünftigen Ortsviertel Haidholzen-Südost teilnahmen.

Die Bürgerwerkstatt wurde von der Gemeinde nicht von ungefähr angeboten: Hier geht es um eine Fläche von gut neun Hektar, ein Areal so groß, dass es nicht nur das Bild von Haidholzen prägt, sondern Auswirkungen auf ganz Stephanskirchen hat. Es gehe um eine Riesenchance für die Gesamtgemeinde, so Bürgermeister Karl Mair.

Im Lauf der Ideenwerkstatt wurde zunehmend klar, dass der Schwerpunkt des neuen Viertels im Bereich Wohnen liegen soll. Wohnen allerdings modern gedacht und deshalb durchmischt: Natürlich die klassischen Einfamilien- und Doppelhäuser, aber auch mehrgeschossige Bauten – für die jüngeren, aber auch älteren Menschen, denen ein „ganzes Haus“ zu groß, beziehungsweise schlicht zu teuer ist. Und alles – selbstverständlich – langlebig, nachhaltig, energieeffizient.

Für die Gemeinde gilt es, das Areal so zu beplanen, dass die gewünschten verschiedenen Wohnformen zusammen ein optisches Ganzes bilden, mit einer attraktiven gemeinsamen Mitte und alles dabei insgesamt kleinräumig und vielfältig. Denn die Wohnwünsche und -bedürfnisse von Seniorinnen und Senioren, das zeigten die Befragungen, unterscheiden sich deutlich von denen junger Familien und die wiederum sind anders gelagert als die von jungen Singlehaushalten. Noch ein Punkt war zu berücksichtigen: das Viertel sollte auf keinen Fall zu einer reinen Schlafsiedlung verkommen, sondern lebendiges Miteinander ermöglichen. Das heißt: viel Grün und wenig Durchgangsverkehr.

Der städtebaulichen Entwurf, den der Planer Andreas Leupold in engem Kontakt mit der Gemeinde entwickelte, schafft es, all diese Forderungen unter einen Hut zu bringen. „Super gelungen“ war eine der Rückmeldungen aus den Reihen der Bürger, als der Entwurf im Oktober im Antrettersaal vorgestellt wurde. Allerdings gibt es auch Kritik von den Anliegern im Umfeld des neuen Wohngebietes: Sie fühlen sich bedroht vom sogenannten Ziel- und Quellverkehr, den die bis zu 700 neuen Haidholzener erzeugen werden.

Ein Umstand, der nicht grundsätzlich zu ändern ist. „Wir können über viele Details reden“ sagte der Bürgermeister. „Was wir Ihnen nicht bieten können, ist, dass das Areal eine unbebaute Fläche bleibt“. Über die Details wird noch geredet werden. Es geht zum Beispiel um eine bestmögliche Anbindung der Bushaltestelle in der Simsseestraße, aber auch um Sicherheitsoptimierung von Fußgänger- und Fahrradverkehr in der Reichenberger Straße.

Auch die Anbindung des Supermarktes, der im Südwesten angesiedelt werden soll, ist noch ein Thema. Wünschenswert wäre, dass er nicht nur von der Simsseestraße aus angefahren werden kann, sondern auch vom neuen Wohngebiet aus möglichst einfach zu erreichen ist. Ob diese Lösung zu verwirklichen ist, wird sich zeigen.

Das alles braucht Zeit, weshalb mit einem Baubeginn nicht vor 2025 zu rechnen ist. Schließlich, das zeigt schon die bisherige Planungsgeschichte, gilt bei einem derart entscheidenden Bauvorhaben vor allem eines: Sorgfalt geht vor Schnelligkeit. jt

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