Die Schullandschaft ist in rasantem Wandel. Die Digitalisierung des Unterrichts etwa, so sagt Florian Burggraf, Schulleiter der Otfried-Preußler-Schule, hätte ohne Pandemie wohl noch Jahre gebraucht, so aber erfolgte sie binnen Monaten.
Der Zwang zum „homeschooling“ machte aber auch verstärkt deutlich, wie wichtig der direkte Kontakt untereinander für die Kinder ist, wie wichtig auch die Möglichkeit, dass die Lehrkräfte individuell auf jede einzelne Persönlichkeit eingehen können.
Beides soll der Schulneubau der Otfried-Preußler-Grundschule ermöglichen, denn die Innengestaltung ist auf das sogenannte Münchner Lernhauskonzept ausgerichtet: Deutlich größere Klassenräume bieten für eine Individualisierung des Unterrichts mehr Spielraum, auch Platz für Rückzugsräume, an die Klassenzimmer angeschlossene Gruppen- und Gemeinschaftsflächen mehr Begegnungsraum, auch für Schüler unterschiedlicher Klassenstufen.
Mit dieser Gestaltung versucht das Münchner Konzept die Institution Schule für das Heute fit zu machen. Das alte Prinzip des klassischen Frontalunterrichts in verhältnismäßig kleinen „Einzweck-Klassenräumen“ ist weitgehend überholt. Erhoffter Nebeneffekt: Durch die neuen Unterrichtsformen sollen „Problemkinder“ sich gar nicht erst entwickeln können, denn oft sind es nicht die Kinder, die problematisch sind, sondern schlicht und einfach ihre Lernumgebung. Stolz auf die neue Schule, die nach jetzigem Stand plangemäß zum neuen Schuljahr bezogen werden kann, ist nicht nur Schulleiter Florian Burggraf, sondern auch die Gemeinde: Man baut hier schließlich die erste Schule außerhalb Münchens nach dem neuen Konzept. Das rund 7,5 Millionen teure Projekt wird mit knapp drei Millionen Euro von der Regierung bezuschusst. jt