Kabarettist Michael Altinger steht den OVB-Heimatzeitungen als Bürger der Gemeinde Eiselfing Rede und Antwort:
Geboren in Landshut und dann in mehreren Orten Oberbayerns aufgewachsen. Fühlst Du Dich als oberbayerischer Globalplayer?
Ehrlich gesagt haben sich nach meiner Geburt meine Wohnsitze vorwiegend innerhalb von Bachmehring um 150 Meter verschoben. Und dann war ich mal für ein paar Jahre wieder in Landshut zum Studieren und um eine Familie zu gründen. Unterm Strich würde ich sagen: Ich bin ein in Wasserburg stark verwurzelter Oberniederbayer, der berufsbedingt recht viel unterwegs ist.
Dein Wohnort Bachmehring war ja vor der Gebietsreform 1971 eine eigenständige Gemeinde und wurde dann ein Ort in der neugegründeten großen Gemeinde Eiselfing. Was gefällt Dir besonders an Bachmehring?
Meine Eltern haben meinen Bruder und mich hauptsächlich mit dem Blick auf Wasserburg großgezogen. Mein Vater ist dort aufgewachsen und Mitglied in einigen Vereinen. Das hat uns Buben natürlich geprägt. Wir haben in Wasserburg Fußball gespielt, sind dort zur Schule gegangen, waren in der Stadtkapelle. Eine Zeit lang war ich sogar Pfarrjugendleiter. Um es auf einen Nenner zu bringen: wir sind eigentlich Wasserburger, die in Bachmehring wohnen. Was ich an Bachmehring allerdings besonders schätze, ist das Draußen-sein. Da ist der Wald, da sind die Wiesen, die vielen schönen Wege. Und die meisten Leute, die ich da treffe, sind mir schon ewig vertraut.
Wie oder besser gesagt warum bist Du mit Deiner eigenen Familie nach Bachmehring gezogen?
Als meine Frau in Landshut zum zweiten Mal schwanger wurde, da kam uns tatsächlich der Gedanke, dass es vielleicht gar nicht so schlecht ist, Oma und Opa in der Nähe zu haben. Und da mich mit Bachmehring eine sehr schöne Kindheit verbindet, war’s für uns naheliegend, dass sich unser Nachwuchs ähnlich wohlfühlen könnte.
Du bist ein politisch denkender Mensch. Wie siehst Du kommunalpolitische Vorgänge in der Gemeinde, wie die Diskussion zum Verbleib des Mittelschulstandortes oder die Probleme mit dem Durchgangsverkehr?
Die Dorfgemeinden wachsen immer schneller, weil das Leben in der Großstadt und auch im Münchner Speckgürtel für Normalverdiener mit Familie praktisch nicht mehr zu stemmen ist. Das heißt für die vielen Landgemeinden: mehr Verkehr durch das Gewerbe und dem Ausflugsverkehr. Da ist Eiselfing sicher keine Ausnahme. Deshalb muss da der Blick auch immer in die weitere Zukunft gerichtet sein. Gerade bezüglich der Infrastruktur. Bei der Eiselfinger Mittelschule geht es um Sanierungskosten, an denen sich auch andere Gemeinden beteiligen sollen. Mit einem etwas offeneren Blick in die Zukunft hätte man vielleicht den zukunftsfähigen Weiterbestand der Mittelschule jetzt schon sichern können.
Benützt Du manchmal auch das Fahrrad oder den ÖPNV?
Ich bin häufig zu Fuß unterwegs. Mit dem Fahrrad eher seltener. Den öffentlichen Nahverkehr nutze ich praktisch gar nicht. Das kann sich aber ändern, wenn sich mein Fitnesszustand bald drastisch verbessert. Ich sehe mich schon mit dem Fahrrad in die Stadt runterrollen und dann mit dem Radl im Bus wieder rauffahren.
Im Sommer scheint der Penzinger See für Dich das zu sein, was für andere der Gardasee ist. Da triffst Du doch halb Wasserburg. Findest Du da noch Deine Ruhe?
Ich glaube, im Penzinger See haben sämtliche Altinger-Generationen das Schwimmen gelernt. Da ist also eine Ur-Bindung da. Und die Leute, die mich da kennen, die kenne ich auch. Das entspannt mich. Schwierig wird’s für mich immer dann, wenn Leute, die ich nicht kenne, meinen, dass sie mich sehr gut kennen und mir dann zu nahe kommen. Das ist besonders unangenehm, wenn man nur in der Badehose da steht. Interview: Andreas Burlefinger