Es ist mehr als nur ein Platz für die Verwaltung, es ist ein Haus für die ganze Gemeinde. Das erklärt vielleicht, warum bei der Einweihung des neuen Rathauses in Großkarolinenfeld nicht nur der Bürgermeister und seine Mitarbeiter bis über beide Ohren strahlten. Auch die vielen Bürger, die der Einladung zum Festakt gekommen waren, konnten ihre Begeisterung nicht verbergen.
Das Vorhaben, ein neues Rathaus in Großkarolinenfeld zu bauen, stammt bereits aus dem Jahr 2008. Der Gemeinderat hatte sich für einen Neubau ausgesprochen, da das alte Gebäude zu klein und ungeeignet für den weiteren Betrieb einer Gemeindeverwaltung war.
Das Gebäude, in dem die Verwaltung damals untergebracht war, stammt aus dem Jahr 1862 und war nie als Rathaus konzipiert. Im Jahr 2013 entschied der Gemeinderat, den Neubau hinter dem bestehenden Rathaus in Angriff zu nehmen. 2016 wurde ein Realisierungswettbewerb durchgeführt, bei dem das Modell der Architekten Behnisch aus München gewann. Das Gebäude selbst sowie die Kostenentwicklung wurden in der Gemeinde teils hitzig diskutiert.
Kosten von 7,7 Millionen Euro
Die Kosten für den Rathausneubau belaufen sich auf 7,7 Millionen Euro, die Kosten inklusive der Umfeldgestaltung betragen 9,1 Millionen Euro. Laut Bürgermeister Bernd Fessler sei diese Summe durch günstige Darlehen und Zuschüssen solide tragbar.
Insbesondere der neu gestaltete Außenbereich mit Vorplatz, Brunnen und der aufgeweiteten Gebiete am Erlbach kommt bei den Bürgern gut an. Gerade an schönen Sommertagen ist das Gemeindezentrum ein beliebter Treffpunkt für Jung und Alt.
Kein Wunder, dass der Rathausplatz bei der Einweihungsfeier rappelvoll war. Neben Grußworten vom Bürgermeister, Architekten Stephan Leissle und Landrat Otto Lederer gab es den kirchlichen Segen durch den katholischen Pfarrer Herbert Aneder und seinem evangelischen Kollegen Dr. Richard Graupner. Die musikalische Gestaltung des Festaktes übernahmen der Bürgermeisterchor sowie das Kolberer Bläserquartett.
Die Rathaus-Einweihung ging nahtlos über in das traditionelle Dorffest, das erstmals am neuen Standort stattfand. Bei Musik und Bewirtung durch die Ortsvereine konnte der Platz rund um das neue Rathaus gleich mal zeigen, dass er als belebtes Gemeindezentrum taugt. khe