Viel geschafft und noch viel vor

von Redaktion

Endlich konnten in der Grundschule und im Kindergarten im vergangenen Jahr dezentrale Lüftungsgeräte eingebaut werden, die mit einer Wärmerückgewinnung ausgestattet sind. Aufgrund von Lieferengpässen hatte sich der Einbau verzögert.

Ampelanlage
in Betrieb

Im Juli ist die erste Ampelanlage der Gemeinde in Betrieb genommen worden. Dafür hatten sich insbesondere der Elternbeirat und die Lehrer eingesetzt. Im Ortskern an der Haager Straße verbindet die Fußgängerampel unter anderem Grundschule, Friedhof und Kirche mit den Wohngebieten gegenüber. Aufgrund der nahen Autobahnzufahrt ist das Verkehrsaufkommen in den vergangenen Jahren besonders vor Unterrichtsbeginn stark angestiegen; knapp 5000 Durchfahrten am Tag ermittelte ein Gutachten.

Vorausschauende
Energieplanung

Bereits seit dem Jahr 2010 betreibt die Gemeinde das Biomasseheizwerk Straß, dessen Wärme die Kinderwelt St. Martin, das Sportheim und das Rathaus nutzen. Das Lagern der dafür benötigten Hackschnitzel war bis vor kurzem in einem angemieteten Fahrsilo möglich. Im Sommer hat die Gemeinde an die bestehende Bauhofhalle in Frauenornau ein eigenes Lager angebaut, um die ausschließlich aus dem Gemeindegebiet stammenden Schnitzel zu bevorraten.

Insgesamt ist die Gemeinde Obertaufkirchen in energetischer Hinsicht gut aufgestellt. Der Strombedarf des gesamten Gemeindegebietes wird rein rechnerisch zu 148 Prozent mit erneuerbaren Energien erzeugt: mehrheitlich über Photovoltaikanlagen auf Dächern von Gewerbe, Landwirtschaft und Privathaushalten. Daher sieht sich die Gemeinde auf dem Gebiet der Stromversorgung für die Zukunft gut gerüstet. Im Bereich der Wärmeversorgung beläuft sich der Anteil der erneuerbaren Energien am Wärmebedarf im gesamten Gemeindegebiet auf knapp 50 Prozent.

Neue Brücke
mit Radweg

Derzeit läuft im Wohngebiet „Am Unterfeld“ im Ortsteil Oberornau die Erschließung von Baugrundstücken für 18 Einfamilien- und Doppelhäusern. Bis Ende des Jahres soll dies abgeschlossen sein. Das Baugebiet grenzt an die Gemeindestraße nach Steinkirchen, für die aktuell Planungsarbeiten für einen Radlweg laufen. Zudem soll die Asphaltdecke erneuert werden. Auch plant die Gemeinde den Neubau der beschädigten Neuhauser Brücke, die über den Ornauer Bach führt. „In der Vergangenheit ist es an der schmalen Brücke immer wieder zu gefährlichen Situationen und zum Glück nur zu kleineren Unfällen gekommen“, erläutert Bürgermeister Franz Ehgartner. Diese soll daher von fünf auf sechs Meter plus Radweg verbreitert werden. Die Gemeinde hat den Grund für den Radweg von Oberornau bis zur Brücke bereits erworben. Nun hofft sie, dass die Bauarbeiten bis Ende 2023 abgeschlossen werden können. Für den weiteren Verlauf von Straße und Radweg nach Steinkirchen laufen momentan Grundstücksgespräche.

Kosten für das neue
Feuerwehrhaus

Seit 2018 laufen Vorbereitungen für den Neubau von Feuerwehrhaus und Bauhof an der A94. Der aktuelle Standort inmitten von Wohnbebauung lässt sich nicht weiter ausbauen. Seit Eröffnung der Autobahn gibt es zudem immer mehr Einsätze dort, sodass eine Lage nahe der A94 sinnvoll ist. Ebenfalls wichtig: Der neue Standort lässt sich gut mit dem Rad erreichen. Doch die ermittelte Bausumme von fast acht Millionen Euro ist für den Gemeinderat eine Herausforderung. „Wir haben nur das technisch und organisatorisch Notwendige eingeplant“, berichtet Franz Ehgartner. „Wir müssen nun entscheiden, ob wir vielleicht zuerst nur das dringend benötigte Feuerwehrgebäude bauen.“ Das bestehende Feuerwehrhaus weist insbesondere in energetischer Hinsicht Mängel auf und sei bereits jetzt zu klein. Alternativ wird untersucht, den Ausbau verschiedener Gebäudeeinheiten zeitlich zu strecken.

Barrierefreier Gehweg

Auch städtebaulich konnte die Gemeinde im vergangenen Jahr Projekte in die Wege leiten: Mittelfristig soll der Gehweg zwischen Kirchplatz, Pfarrheim und Grundschule barrierefrei ausgebaut werden. Das bestehende Kleinsteinpflaster sieht zwar nett aus, birgt jedoch für Ältere und für Menschen mit Behinderung Schwierigkeiten. Inzwischen zeigen sich beim bestehenden Pflaster auch größere Mängel auf Höhe der Schule und des Pfarrheims. Die Gemeinde hat sich daher zum Ziel gesetzt, den Neubau in den kommenden beiden Jahren umzusetzen.

Hochwasserschutz

Bereits in den 60er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts, vor allem aber nach dem Hochwasser vom Juni 1995, gab es intensive Bemühungen zur Verwirklichung eines wirksamen Hochwasserschutzes von Oberornau. Diese scheiterten jedoch stets an der Verfügbarkeit der benötigten Grundstücksflächen. 2016 griff der Gemeinderat das Thema erneut auf und beauftragte ein Ingenieurbüro mit der Erstellung eines „Integralen Hochwasserschutz- und Rückhaltekonzeptes“. Der Entwurf des Konzepts konnte im Oktober vergangenen Jahres dem Wasserwirtschaftsamt Rosenheim übergeben werden. Die Gemeinde hofft darauf, dass die Rückhaltemaßnahme nun zeitnah mit dem Wasserwirtschaftsamt und den Grundstückbesitzern umgesetzt werden kann. ahn

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