Als Bürgermeister Josef Grundner nach dem Ritterdorffest die Fahne einholte, war es endgültig: Die Festspiele sind vorbei. Erleichterung mischte sich mit Trauer. Es gab Tränen und Umarmungen und das gute Gefühl, dass der Slogan „Ein Dorf miteinander“ voll aufgegangen ist, nach drei anstrengenden Jahren der Vorbereitung und einem turbulenten Sommer. Rund fünf Wochen stand alles im Zeichen des Freilichttheaters: 12 Aufführungen mit 17000 Besuchern und stehenden Ovationen. „1322“ war ein voller Erfolg. Als der letzte Vorhang fiel, gab es eine große After-Show-Party für alle Beteiligten.
Wie geht es weiter?
Die 1322er sind weiter eng miteinander verbunden. Schon kurz nach den Aufführungen wurde der Wunsch geäußert, dass das Projekt, in welcher Form auch immer, weitergehen soll. Inzwischen haben sich mehrere kleine Gruppen gefunden, die Ideen sammeln. Auch die Gründung eines Vereins steht im Raum. Eine Plattform wurde gegründet, auf der alle miteinander kommunizieren und ihre Ideen austauschen können. In lockeren Abständen treffen sich Gruppen. So etwa Claudia Empl vom Organisationsteam, die einmal monatlich zum Stammtisch 22’Gsindl geht: „Beim Gsindl sind auch Teilnehmer aus anderen Gruppen wie etwa Art Directors oder Ordner mit dabei. Wir treffen uns ganz zwanglos, einfach nur zum Ratschen.“
Die Bogenschützen um Bogenmeister Andreas Bublak sind nach wie vor eine 40 Mann starke Truppe, die weiterhin aktiv ist. Die Feuershow, mit der er auftritt, ist gefragt. Aktuell sucht er nach einem Platz oder Gelände, auf dem sie üben können. Auch die Näherinnen können sich vorstellen, in einem möglichen Verein mit einer Näh- und Strickabteilung vertreten zu sein.
Die Businenbläser treffen sich nach wie vor und üben mit den besonderen Instrumenten. Immer wieder haben sie Auftritte – zuletzt beim Ampfinger Adventszauber, bei dem sie den Ampfinger Engel begrüßt haben. Auch die Reiter treffen sich in verschiedenen Gruppen und reiten zusammen aus. Sie werden vermutlich auch in Erharting, wo dieses Jahr das Ritterfest ansteht, auftreten.
Das Gelände ist bereits weitgehend zurückgebaut. Noch stehen die Bühne und die beiden Eingangstürme, aber auch die werden demnächst abgebaut. Bühnenmeister Reinhard Eberl freut sich, dass die beiden Brückenteile, die im Bühnenbild verbaut waren, verkauft wurden.
Erwin Hinterecker hat sein Gemeinschaftshaus einstweilen eingelagert: „Was damit passiert, ist noch offen. Aber die Zeit wird es bringen.“ Er könnte sich vorstellen, dass es bei verschiedenen Ausstellungen zum Einsatz kommt. Die Kostüme, vor allem die wertvollen Edel-Gewänder, wurden erst einmal in einem separaten, beheizten Raum untergebracht und sollen im nächsten Schritt fachgerecht konserviert werden. Auch die gesammelten Schriftstücke und einige Requisiten sind eingelagert und warten auf ihre Konservierung. Bürgermeister Josef Grundner hofft, dass sie bei der ein oder anderen Veranstaltung, bei der vielleicht Showgruppen von 1322 auftreten, wieder hervorgeholt werden. Stn