Wohnraum als Herausforderung

von Redaktion

Das Auf und Ab durch Corona habe das Leben seit der Kommunalwahl 2020 geprägt, sagt hauptamtlicher Erster Bürgermeister von Prien, Andreas Friedrich (ÜWG). Kaum dass Corona am Abebben war, kam der Ukraine-Krieg, dessen Auswirkungen sich auch in der Marktgemeinde zeigen. Die Kinder der geflüchteten Familien haben Anspruch auf einen Platz im Kindergarten und/oder den Schulen. Die Familien müssen Wohnraum finden, „dabei haben wir schon zu normalen Zeiten einen angespannten Wohnungsmarkt.“

Die Unterbringung in der Turnhalle des LTG währt nun schon seit fast einem Jahr. Die Turnhalle sei diesbezüglich zwar erprobt (schon 2015/16 diente die Turnhalle als Unterkunft), aber dies sei keinesfalls eine gute Lösung. Weder für die Geflüchteten noch für den Sport an sich.

Wunsch nach
Nachverdichtung

Schwierige Themen seien der soziale Wohnungsbau und bezahlbarer Wohnraum, so Bürgermeister Friedrich. Das Platzangebot ist wegen der Naturschutzgebiete Priental und Chiemsee begrenzt. Es gebe einen „massiven Wunsch nach Nachverdichtung“, das sei einerseits sinnvoll und spare Flächen, aber andererseits müsse Nachverdichtung „gebietscharakterverträglich“ erfolgen. Inzwischen gebe es vonseiten einiger Grundstückseigentümer das Angebot, als Gewerbegebiet vorgesehene Flächen für eine Wohnbebauung zu nutzen. Allerdings muss hier die Gemeinde auch Interessen der Wirtschaft berücksichtigen und nach Möglichkeit Flächen für Betriebe erhalten. Und auffallend sei, wohl auch aufgrund der gestiegenen Preise und Zinsen, dass die Zahl der Bauanträge im vergangenen Jahr zurückgegangen sei.

Gleichwohl fehle nach wie vor bezahlbarer Wohnraum. Da herrscht großer Druck, sagt Bürgermeister Friedrich. Die Marktgemeinde interessiere sich für die Teilnahme am kommunalen Wohnungsbauförderprogramm. Damit sei die Gemeinde von Anfang an für alles verantwortlich und bestimme den Preis. Von Nachteil aber sei, dass die Gewerke kleinteilig vergeben werden müssen. Außerdem sei das Bauamt schon jetzt wegen der vielen gleichzeitigen Bauvorhaben sehr stark ausgelastet.

Die andere Möglichkeit sei, dass eine Wohnbau-Genossenschaft den Bau übernimmt. „Aber dann wären wir nicht mehr Herrin über das Projekt,“ gibt der Rathauschef zu bedenken.

Ein Lichtblick ist da ein Grundstück in Trautersdorf, wo derzeit über die landkreiseigene Wohnungsbaugesellschaft das Wohnquartier Trautersdorf entsteht. Der Bebauungsplan, der seit Januar 2022 in Kraft ist, sieht vor, dass hier 48 Wohnungen entstehen. Ein Großteil der Wohnungen soll zu sozialverträglichen Mieten vergeben werden. Aber selbst bei einem derartigen Projekt gebe es Widerstand, berichtet Bürgermeister Friedrich. Die Nachverdichtung werde an sich begrüßt, aber gleichzeitig heiße es auch: „Bitte nicht vor meiner Haustür“ und „Die Wiese soll Wiese bleiben“. Inzwischen ist der Startschuss gefallen: Das alte Haus, das vormals dort stand, ist abgebrochen worden, und im Frühjahr gehen die Bauarbeiten los. elk

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