„Wenn die Bürger sich aktiv ins Gemeindeleben einbringen sollen, dann muss man sie dazu immer wieder einladen – und dann auch mitnehmen“. Das ist eine der Grundüberzeugungen von Neubeuerns Bürgermeister Christoph Schneider und Bürgerbeteiligung deshalb ein fester Bestandteil im „Verwaltungshandeln“ der Gemeinde.
Wie ernst gemeinte Bürgerbeteiligung aussehen kann, lässt sich sehr schön am Beispiel der Neujahrsempfänge für die Neubürger zeigen. Die sind in Neubeuern nämlich keine Stehempfänge mit einer Powerpoint-Präsentation bei einem Glas Sekt mehr, sondern gemeinsame Spaziergänge. Die Idee dazu etwas, was er halb und halb dem Corona-Virus verdankt, sagt Christoph Schneider. Denn Spaziergänge waren während des Pandemie-Auf-und-Ab leichter zu verwirklichen, als Zusammenkünfte in geschlossenen Räumen.
Der Erfolg lies den Versuch dann schnell zu einer festen Einrichtung werden: Man redet nicht nur abstrakt über den Ort, man zeigt ihn bei solchen Spaziergängen ganz unmittelbar, meint der Bürgermeister. Was schon mal zur Folge hat, dass die Neubürger wirklich wissen, wovon die Rede ist, denn Hand aufs Herz, wer kann sich anhand einer Präsentation – und sei sie noch so gut bebildert – auch tatsächlich genau räumlich orientieren? Orte, die man eigenfüßig erwandert hat, bleiben dagegen samt ihrer Erläuterung haften. Vor allem dann, wenn einen an den einzelnen Zielen immer wieder Leute erwarten, die fachkundig Auskunft geben können, wie etwa Altbürgermeister Hans-Jürgen Tremmel über den Marktplatz und seine Geschichte.
Ziel ist es, von Anfang eine innere Verbindung zwischen den Neubürgern und dem Ort herzustellen, sie sollen nicht nur hier wohnen, sondern hier tatsächlich daheim sein, meint Christoph Schneider, „denn nur dann ist eine Chance da, dass sie sich auch aktiv in den Ort einbringen“
Gelegenheit dazu gibt es in Neubeuern für Alt- wie Neubürger immer wieder auch bei allen größeren Planungsvorhaben, sei es grundsätzlich die Frage der Dorfentwicklung oder konkret die des Rathausneubaus. „Gemeinsam Ideen zu entwickeln, die dann zu Weichenstellungen werden – das funktioniert nur, wenn Bürgerbeteiligung nicht nur angeboten, sondern auch von möglichst vielen angenommen wird“ meint der Bürgermeister. Und verbindet das mit einem ausdrücklichen Dank an seine Bürgerschaft, die sich an allen Beteiligungsangeboten durchaus rege beteiligt. jt