„Es wird wieder ein spannendes Jahr, für das wir uns viel vorgenommen haben“, sagt Bürgermeister Konrad Linner (GLA) und verrät damit nichts Neues, denn eigentlich hat Amerang immer viel vor. Möglich werden die großen Zukunftsinvestitionen durch die verlässlich hohen Gewerbe- und Einkommenssteuerbeteiligungen. Die Einnahmen aus der Gewerbesteuer lagen im vergangenen Jahr bei 3,6 Millionen Euro. 2023 liegt der vorsichtige Haushaltsansatz bei 3,5 Millionen Euro. Die Einkommenssteuerbeteiligung ist mit rund 2,6 Millionen Euro ebenfalls seit Jahren auf gleichbleibend hohem Niveau. Für dieses Jahr werden Einnahmen in ähnlicher Höhe erwartet. Demgegenüber stehen als größte Posten auf der Ausgabenseite die Kreisumlage mit etwa 3,1 Millionen Euro und Personalkosten mit etwa 1,4 Millionen Euro. Für den KiTa-Neubau wurde ein Kredit über drei Millionen Euro aufgrund der günstigen Zinslage noch im vergangenen Jahr aufgenommen, die Mittel werden aber erst heuer abgerufen. So beträgt der Schuldenstand zum Jahresende rund 5,5 Millionen Euro. Die allgemeine Rücklage dürfte Ende des Jahres dann planmäßig von etwa 4 Millionen auf 1,7 Millionen Euro schrumpfen. Die Pro-KopfVerschuldung ist dann mit 1507 Euro vorübergehend verhältnismäßig hoch. Insgesamt betrachtet ist die Gemeinde jedoch finanziell sehr solide aufgestellt. Die sprudelnden Steuereinnahmen bieten den notwendigen finanziellen Spielraum, um kräftig in die Ortsentwicklung zu investieren. Ein wichtiges Puzzleteil dafür ist die innerörtliche Umgehung, die im vergangenen Jahr realisiert wurde und das Ortszentrum verkehrstechnisch vor allem vom Schwerlastverkehr entlasten soll.
Schlüssel für hohe Lebensqualität
„Die ,Ameranger Spange‘ ist ein weiterer Meilenstein für Amerang und planerisch und wirtschaftlich von großer Bedeutung,“ freut sich Bürgermeister Konrad Linner (GLA). Sie sei der Schlüssel für eine hohe Lebensqualität der Einwohner und gute Bedingungen für ein Gewerbegebiet, das rund 1000 Arbeitsplätze biete. Schon vor rund 40 Jahren wurde eine grobe Trasse für eine mögliche Umfahrung in den Flächennutzungsplan aufgenommen. Das Vorhaben wurde dann jedoch nicht mehr weiterverfolgt. Mit dem wachsenden Gewerbeaufkommen habe der Verkehr in den letzten Jahren jedoch stetig zugenommen und deshalb habe man die innerörtliche Umgehung angepackt. Das 340 Meter lange Verbindungsstück verbindet die Kreisstraße RO36 mit der Staatsstraße St2360 im Nordosten des Orts. Um die überörtliche Verkehrsführung besser regeln zu können, hatte sich der Gemeinderat schon früh für einen Kreisverkehr an der Einmündung der Spange in die Staatsstraße ausgesprochen. Die Gemeinde trägt 1,2 Millionen der Gesamtbaukosten von rund 1,8 Millionen Euro. Zu weiteren wichtigen Investitionen zählten auch die Erschließung Baugebiet Kammer, der Erwerb des Bäckeranwesens (Dorfladen Evenhausen), der Breitbandausbau im Außenbereich und die Entwurfsplanung für das Haus für Kinder. ca