DS, die französische Premiummarke im Stellantis-Konzern, versteht sich als Automobil gewordene Pariser Lebensart, und dabei spielt das kleinste Modell eine tragende Rolle. Der DS 3, damals noch mit dem Zusatz Crossback, war im Jahr 2019 das zweite eigenständige Modell der 2015 als Ableger von Citroen gegründeten Marke. Inzwischen hat sich DS längst emanzipiert und bildet zusammen mit Alfa und demnächst Lancia das Premium-Trio im Vielmarken-Konzern Stellantis.
Runderneuerter DS 3 mit Elektromotor
Jetzt kommt der runderneuerte DS 3 ohne Crossback, dafür aber mit einem dezent veränderten Design und in der Version „E-Tense“ mit einem auf 115 kW (156 PS) gestärkten Elektromotor zu den Händlern. Der City-SUV – in der Marketing-Lyrik der Marke „die Pariser Antwort auf den Mobilitätsbedarf schicker Städter“ – hat auch nach der Überarbeitung seine kompakten Abmessungen behalten.
In der Länge misst der kleinste DS 4,12 Meter und bleibt damit im Rahmen des Wettbewerbs. Neben dem stärkeren Motor hinter dem neu gestalteten Frontgrill erhielt auch die Abteilung Energiespeicher eine Leistungskur und erreicht nun 54 kWh, was nach der WLTP-Messmethode eine Reichweite von 564 Kilometern in der Stadt und 404 Kilometern außerhalb der Metropolen ermöglichen soll. Der Verbrauch liegt nach WLTP bei 15,3 kWh. Nach einer kurzen Fahrt durch das fast flächendeckend auf 30 km/h tempobegrenzte Berlin meldete der Bordrechner 16 kWh. An einer Schnellladestation mit 100 kW vergehen 30 Minuten bis der Akku zu 80 Prozent aufgeladen ist. An der heimischen Wallbox dauert der Vorgang 5 Stunden und 45 Minuten.
Neben den überschaubaren Eingriffen in das Design spendierten die DS-Entwickler ihrem Kleinsten neue LED-Scheinwerfer und optional Matrix-Technik mit intelligent gesteuertem Fernlicht, eine 360 Grad-Kamera und gegen Aufpreis halbautomatisches Fahren der Stufe zwei mit adaptivem Tempomat. Die gegen Aufpreis lieferbare Verkehrszeichenerkennung registriert nun auch Stoppschilder, Einbahnstraßen und Überholverbote, die dem Menschen hinter dem Lenkrad über ein, allerdings sehr einfaches, Head-up-Display angezeigt werden.
Der DS 3 E-Tense unterscheidet sich bei den Fahreigenschaften nicht von dem Ur-Modell. Kein Wunder, denn das Fahrwerk wurde unverändert übernommen. Dem großen Vorbild, der DS von 1955 entsprechend, ist der automobile Urenkel vor allem in Richtung Komfort abgestimmt und schluckt die meisten Defizite der Infrastruktur. Auch von dem in Berlin nicht seltenen Kopfsteinpflaster bleibt der City-SUV unbeeindruckt, und dank der neuen stärkeren Verkleidung der Türen, verstärkten Scheiben sowie der schalldämpfenden Frontscheibe bleiben die Passagiere von akustischen Attacken verschont. Der DS3 E-Tense beschleunigt in 9,1 auf Tempo 100 km/h und erreicht bei 150 km/h seine Höchstgeschwindigkeit. Das vom Start an einsetzende Drehmoment liegt bei 260 Newtonmetern.
Die Sitze bieten guten Komfort. Lediglich die Hinterbänkler müssen sich mit einem eher begrenzten Freiraum zufriedengeben. Der Kofferraum fasst wie bei den Verbrennermodellen mindestens 350 Liter, was sich auf 1050 Liter vergrößern lässt.
Bei den gewählten Materialien kommt wieder Pariser Chic ins Spiel. Die in Rauten untergebrachten Anzeigen, der Bildschirm und die gewählten hochwertigen Materialien betonen den Premium-Anspruch, der sich allerdings deutlich im Preis niederschlägt. cen/Walther Wuttke