Grenzen setzen und einhalten

von Redaktion

Die Natur auf den Almen respektieren lernen

Wandern, radeln, rausgehen, Sport treiben und frische Bergluft schnuppern – für viele Bewohner in den Voralpenregionen ist genau das ein Ausgleich zum stressigen Alltag, ist Hobby oder auch Beruf. Dazu liegt Camping nach wie vor im Trend. Die Corona-Pandemie hat dieses „Draußen“-Bedürfnis der Menschen in der Voralpenregion noch verstärkt.

Aber was für den Menschen gesund sein mag und sich auch positiv auf den Tourismus auswirkt, ist für die Natur noch lange nicht gut. Im Gegenteil. Durch das Bewegen in und auf den Flächen der Almbauern, die dort ihrer landwirtschaftlichen Tätigkeit nachgehen, entsteht Müll, Weidetiere werden gestört und Wildtiere vertrieben. Pflanzen und Wiesen werden zertrampelt, die Natur kommt aus dem Gleichgewicht. Auch frei mitgeführte Hunde können ein großes Problem darstellen.

Handeln und Grenzen setzen, bevor es zu spät ist, die Natur auf den Almen schützen und Tieren ihren natürlichen Lebensraum samt Brutplätzen und Rückzugsmöglichkeiten zu erhalten und zu ermöglichen – genau darauf kommt es daher an.

Das erklärt auch Kreisbäuerin Katharina Kern, die eine Alm am Sudelfeld bewirtschaftet. Auch in die dortige wunderschöne Natur verschlägt es oft Wanderer und Radfahrer, die, vor allem wenn sie massenhaft auftreten, Schäden an der Natur anrichten können.

Wanderweg quer durch Viehweide

„Generell profitieren wir natürlich auch vom Tourismus. Aber während der Corona-Zeit hat zum Beispiel jemand einen Wanderweg in einer App hochgeladen, der quer über unsere Viehweide geführt hat. Das ist natürlich nicht optimal für die Tiere“, so die Kreisbäuerin.

Problem:
soziale Medien

Abgesehen davon, dass hier Pfade ausgetreten werden, wo vorher keine waren, störe der Kontakt mit den Menschen die Tiere. Überhaupt seien die sozialen Medien ein Problem, so Kern weiter. Denn was gefällt, wird geteilt. Und was geteilt wird, lockt Nachahmer an. Ein Geheimtipp kann so schnell zum Wanderweg für die Massen werden.

Aber wo liegt hier das Problem? BBV-Kreisbäuerin Katharina Kern erklärt: „Wer nicht auf den Wegen bleibt, stört zum Beispiel Bodenbrüter wie Auerhahn und Birkhahn oder den Kiebitz, für den wir Streifen in der Wiese stehen lassen.“

Auch Hunde, die nicht an der Leine geführt werden, könnten die Witterung der Vögel aufnehmen und sie vertreiben.

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