Mit einem maßgeschneiderten Jersey-Kleid für sich selbst fing alles an – jetzt feiert Designerin Martina Koula mit ihrem Label LAKOULA den 6. Geburtstag. Das Premieren-Kleid von damals ist längst ein Klassiker geworden und heute fester Bestandteil der limitierten Kollektionen – bestehend aus Röcken und Hosen, Blusen und Blusenkleidern, Mantel- und Sixties-Kleidern.
Gründerin Martina Koula stammt aus einer Familie mit vier Generationen von Herrenschneidern. So wurde der gelernten Werbetexterin die Liebe zur Mode und für hochwertige Materialien in die Wiege gelegt. „Irgendwann hat mir mein Vater sein Stofflager überlassen – mit Herren- und Skistoffen.
„Meine ersten Modelle habe ich an mir selbst oder an der Schneiderpuppe drapiert. Daraus habe ich Prototypen gemacht – zunächst selbst an der Maschine, dann mit Hilde, einer Schneiderin. Inzwischen arbeite ich mit mehreren Schneidereien, denen ich Skizzen und schriftliche Aufträge liefere. Sie erstellen Schnitte und gradieren die Größen. Jede Schneiderin ist auf ein anderes Produkt spezialisiert – Kleider, Hosen, Oberteile… Jede Saison kommt eine ganz neue Produkt-Idee dazu, so wie dieses Jahr der Mono Pulli.
Einen Laden zu haben, fördert das Verkaufstalent. Und die Kommunikation über Werbung und Soziale Medien und regelmäßige Veranstaltungen für Kundinnen stärken die Kundenbindung und die Reichweite der Marke“, erläutert Koula.
Nach einer Sportverletzung durchlebte sie eine Krise, die sie unter anderem mit Nähen bewältigte: „Statt Sport am Morgen, wurde das Nähen für mich eine neue Routine. Erst nur für mich, dann für meine Freundinnen. Schließlich entwickelte ich daraus mein neues Business“, erinnert sich die Designerin. „Kreative UnternehmerInnen sehen Probleme als Herausforderung und finden Lösungen, die Freude machen. Ganz gleich ob sie Werbung machen, Mode, Möbel: dieses Gesetz gilt immer.“
Bis heute verarbeitet sie immer wieder alte Stoffe aus dem Atelier ihres Vaters. Zum Beispiel ist ihr erstes Kleid aus dem Stoff, aus dem ihr Vater in den 80ern für die lokale Tennismanschaft Hosen genäht hatte.
„In meinem Beruf als Modedesignerin brauchst Du eine eigenständige Idee, eine klare Markenvision, große Wertschätzung dem Handwerk gegenüber und eine gemeinsame Sprache mit Deinen Kunden, Mitarbeitenden und allen Gewerken drum herum. Eine positive Macher-Mentalität ist das Wichtigste überhaupt.“
Koula produziert ihre kleinen Kollektionen in Bayern: „Auslagern kam für mich nicht in Frage. Persönliche Bindungen sind nicht skalierbar.“ Eine Unternehmensberatung hatte ihr dazu geraten, aber „Massenproduktion ist einfach nicht meine Welt“, so Koula.
Die alten Stoffe aus der Kollektion ihres Vaters denkt die selfmade Designerin jetzt neu. So kann ein gesteppter Ski-Stoff zum Bleistiftrock fürs Büro werden oder ein Sakkostoff aus körnigem Tweed ein kurviges Abendkleid. Ich entwickle Paspeln und Taschen, die die weibliche Figur optisch taillieren und in die Kurve legen.“
Ihr Lieblingsmaterial ist Jersey, denn: „Frauen, die etwas bewegen, brauchen Bewegungsfreiheit“, findet Martina Koula. Besonders großen Wert legt die Designerin auf den Tragekomfort ihrer Kollektionen. Oft verzichtet sie auf Reißverschlüsse, der hochwertige Jersey ist weich genug und bleibt in Form. Ist ein Rock doch aus einem festeren Material, machen seitliche Einsätze aus Stretch die Röcke geschmeidig. Alle LAKOULA-Stücke sind aus erstklassigen Materialien: „Ich verarbeite entweder Jersey-Preziosen aus dem Maßatelier meines Vaters oder kaufe Stoffe dazu aus vergessenen Geschäften in Italien oder „letzte Meter“ aus der Produktion von Couture-Häusern. Daraus entwickle ich moderne Kollektionen.“