Geisenheim – Dass die Zukunft auf der Straße elektrisch sein soll, ist mittlerweile von jedem Fahrzeug-Hersteller zu hören, nachdem die Politik entsprechende Vorgaben für Deutschland gemacht hat. Die Bewegung abseits von Asphalt und Beton wurde bisher umgangen. Jetzt hat der Offroadspezialist Jeep eine deutliche Offerte abgegeben. Der Avenger, kürzer als der Renegade, startet zum Ausflug ins Gelände. Ohne Einschränkungen, wie der Hersteller beteuert.
Bei 20 Zentimetern Bodenfreiheit lässt sich alles mit dem Avenger fahren, was sich durch alleinigen Frontantrieb und fehlendem Anhängerbetrieb in die Tat umsetzen lässt. Durch das stylische Design außen und auch im Innenraum spricht der in Polen gebaute Elektro-Jeep auf jeden Fall Menschen an, die sich individuell schick bewegen wollen.
Alltagstaugliche Ladekapazität
Die Batterie ist mit 54 Kilowattstunden Fassungsvermögen (netto 51 kW/h) ausreichend groß genug, um nach WLTP-Messung 390 Kilometer unterwegs zu sein. Damit ist der Avenger relativ unabhängig von der heimischen Steckdose, die ihn über Nacht mit dem nötigen Strom für den Folgetag versorgen kann. Nicht einmal eine halbe Stunde verweilt er an einer Schnellladestation, um von 20 auf 80 Prozent Energie zu tanken. Damit reiht sich der Avenger in die Liste der Fahrzeuge ein, die alltagstauglich sind.
Mit seinen komfortablen Dimensionen bei besten Ein- und Ausstiegswinkeln und einem Wendekreis von 10,5 Metern kann man ihn auch im Stadtverkehr gut fahren.
Der Avenger bietet durchaus Platz für vier Personen. Zwar sind die hinteren Plätze etwas eng zugeschnitten, sie sollten aber für kurze und mittlere Distanzen genügend Raum bieten. Gepäck stand offensichtlich bei der Konzeption nicht im Mittelpunkt der Zielgruppe. 355 Liter lassen sich problemlos laden.
Darüber hinaus hat der Hersteller keine Angaben gemacht. Der Avenger ist eben kein Transporter. Dafür sind im Innenraum auffällig viele Ablageflächen vorgesehen, um die alltäglichen Kleinigkeiten unterzubringen. Soll er in engen Parklücken einmal fest verankerte Hindernisse trotz der Assistenzsysteme nicht umfahren, hilft ein 360-Grad-Rundumschutz. So bleiben kleine Dellen aus, was den Hersteller zur Aussage ermutigt: „Der Kundenvorteil durch nicht entstandenen Schaden beträgt 1000 Euro“.
Der Avenger wirkt trotz dieser praktischen Bauweise wie aus einem Guss.
Für den Sportbetrieb ist der knapp über vier Meter messende Jeep nicht vorgesehen. Er gleicht sich in der Höchstgeschwindigkeit den meisten elektrobetriebenen Mobilen an. Die 150 Stundenkilometer sollten für den Alltag ebenso ausreichen, wie die Beschleunigung, die aus dem Stand bis Tempo 100 in neun Sekunden beziffert ist.
Angesichts des Windwiderstandsbeiwertes eines deklarierten Offroaders sind diese Werte ein Ergebnis der Vernunft. Schließlich soll die 51 Kilowattstunden Nettoladung der Batterie möglichst lange halten.
Jeep hat dem Avenger neben den drei typischen Fahrmodi von Eco, Normal und Sport auch die Untergrundeinstellungen bergab fahren, Schnee und Sand ins Programm geschrieben. Überdies helfen mehrere Assistenzsysteme, sicher unterwegs zu sein. Kurt Sohnemann