100 Jahre Holzbau

von Redaktion

Den „Huaba z’Bachmehring“ kennt, wer in der Region lebt und wohnt. Wenn es beim Bauen um Holz und um die industrielle Fertigung von Fenster, Türen und Bauelemente aus Holz geht, ist der Name Huber seit 100 Jahren bekannt. Josef Huber leitet gemeinsam mit seiner Schwester Angelika in der dritten Generation die Geschäfte des Familienunternehmens. Aus Anlass des Jubiläums des in der Gemeinde größten Arbeitgebers, waren Josef Huber und seine Schwester Angelika zu einem Interview bereit.

Herr Huber, Ihre Tätigkeit ist ja sicher ein Fulltime-Job. Wo holen Sie sich die Energie und Kraft dafür?

Josef Huber: „Meine eigene Familie mit Frau und Kindern und die Hubers untereinander, wir haben einen guten Zusammenhalt und können uns aufeinander verlassen. Außerdem habe ich einen Freundeskreis außerhalb der Arbeit, mit dem ich recht gut lachen kann. Und dann habe ich für mich selber noch das Radln und Skitouren gehen.“

Angelika Huber: „Ich habe meine eigene kleine Familie mit meiner Tochter und dazu viel Natur mit meinem Garten und einem kleinen Schwimmteich. Wenn ich das genießen kann, ist es wie Meditation.“

Erleben Sie im Geschäftsbetrieb manchmal auch Glücksmomente? An was in Ihrer Verantwortung haben sie echte Freude?

J.H.: „Reizvolle Herausforderungen als Bauingenieur machen mir Spaß. Und wenn ich dann feststellen kann, dass aus meinen ersten Gedanken Handlungen werden und dass daraus dann das ganze Projekt funktioniert hat, freut mich das. Und wenn ich die Freude am Erfolg mit Mitarbeitenden teilen kann, ist sie umso größer.“

Welche Zukunft hat Ihrer Meinung nach die Holzindustrie im Zusammenhang mit dem Klimawandel und daraus folgenden trockenen Böden und weniger Wasser?

J.H.: „Das ist für uns in der Branche ein wichtiges Thema. Gott sei Dank reagiert die Forstwirtschaft schon seit Jahren mit bewusst geplanten Neupflanzungen und mit den prognostischen Erwartungen der vorhandenen Klimadaten. Das wird auch immer wieder evaluiert. Und wir müssen auch aufpassen, dass wir den nachwachsenden Rohstoff nicht zu sehr nur verbrennen. Denn dann verbrennt auch das gebundene CO2. Deshalb ist es wichtig, dass wir im Bau vorhandenes altes Bauholz wiederverwenden, dann bleibt das CO2 im Holz. Wir in der Branche nennen das „zirkuläres Bauen“. Und damit beschäftigen wir uns schon recht umfassend. Wir heißt hier beispielsweise die Technische Hochschule in Rosenheim oder die Technische Universität in München.“

Welche technischen Entwicklung erwarten Sie im Holzbau in den nächsten 10, 20 Jahren? Gibt es irgendwann Wolkenkratzer aus Holz?

J.H.: „Prinzipiell ja. In Hamburg wird ein Gebäude mit 80 Metern Höhe gebaut. Ich halte bis 100 Meter jetzt schon für möglich. Es gibt auch schon Windkrafttürme aus Holz. Auch ein Eiffelturm wäre vielleicht möglich. Da müsste aber schon die Frage des Witterungsschutzes geklärt sein.“ Das Interview führte Andreas Burlefinger

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