Es gab Zeiten, da war das Innere von Schulgebäuden geprägt von langen dunklen Fluren. Wie sehr sich das gewandelt hat, kann man am Neubau der Otfried-Preußler-Grundschule sehen: Hell, lichtdurchflutet, mit einem vielfältig nutzbarem Raumkonzept –so präsentiert sich die Schule seit Kurzem und ist damit ein Leuchtturmprojekt für die Schullandschaft des gesamten Landkreises.
Viele Ideen des Münchner Lernhaus Konzeptes wurden übernommen, zum Beispiel die Abkehr vom Frontalunterricht. Nun ist „aufgelockerter“ Unterricht an sich nichts wirklich Neues mehr. Neu ist aber, dass das Schulgebäude genau auf die veränderten Unterrichtsformen zugeschnitten ist.
Schulleitung, Lehrer, Planer, Bauarbeiter und nicht zuletzt die Gemeinde sind mit Recht stolz auf ihren Neubau, zumal dieser in schwierigen Zeiten fertiggestellt wurde.
Der Zeitplan aber konnte eingehalten werden und auch die Kosten blieben im Rahmen: Knapp achteinhalb Millionen Euro kostete der Neubau, der mit fast dreieinhalb Millionen gefördert wurde. Und wofür das Geld ausgegeben wurde, merkt der Besucher schon bei der Anfahrt: Denn in dieser Summe ist auch ein eigener Parkplatz enthalten, der den „Elterntaxiverkehr“ vom eigentlichen Schuleingang fernhalten soll. Damit von ihm ein sicherer Übergang in Richtung Schule möglich ist, wurde die Straße etwas verschmälert und bekam auch einen anderen Belag – beides Signale zur Temporeduzierung. Ebenfalls abgedeckt war mit der Bausumme eine Erweiterung der Mittagsbetreuung sowie die Erneuerung der Toilettenanlage in der Turnhalle.
Und auch die Schule selbst zeigt dem Besucher, was sie auszeichnet, ohne dass er dafür in Klassenzimmer, Gruppenräume und Lernzentren muss.
Aula erstreckt sich
über zwei Etagen
Denn schon die Aula, die sich über zwei Etagen erstreckt, zeigt Großzügigkeit und auch sie bietet vielfältige Nutzungsmöglichkeiten. Ihren ersten großen Auftritt vor großem Publikum hatte die Halle bei der Schlussveranstaltung des Otfried-Preußler-Jahres.
Alles in allem ist der Gemeinde nur zu gratulieren: Hier ist ein großer Wurf gelungen, den Bürgermeister Karl Mair so zusammenfasst: „Ländliche Umgebung, in der noch Kühe auf der Weide zu sehen sind, darin ein Schulbau, der an vorderster Front der pädagogischen Entwicklung steht – das ist ein Mix, der wirklich fröhliches Lernen ermöglicht“.
Schulsozialarbeit an
Grundschulen
Unterstützung im täglichen Schulalltag kann zusätzlich Schulsozialarbeit leisten und die Gemeinde Stephanskirchen hat die Zeichen der Zeit erkannt: Stellen für Schulsozialarbeit gibt es nicht nur an der Mittelschule, sondern seit 2020 auch an der Otfried-Preußler-Grundschule und nun seit vergangenem Jahr auch an der Grundschule Schloßberg.
Denn eines ist klar: Je früher man Schwierigkeiten samt deren Ursache erkennt und je früher man beginnt, Kindern zu helfen, damit fertigzuwerden, desto seltener werden sie sich in der weiteren Schullaufbahn zu echten Problemen auswachsen. jt