Im Jahr 924 war es, als erstmals der Name „Ysolfinga“ auf einer Urkunde genannt wird. Besiegelt wurde damals ein Tausch zwischen dem Erzbischof Odalbert von Salzburg und der edlen Frau Rihni, die in dieser in Rohrdorf ausgestellten Urkunde dem Erzbistum Salzburg ihre Besitzungen in Seeon überlässt. Dafür erhält sie die Gegend um Gars mit 18 Kirchen und Höfen, darunter auch Eiselfing. Es entstand eine Siedlung um eine Kirche herum, die zur Unterscheidung von anderen Besiedelungen in der Gegend den Namen Kircheiselfing erhielt. Auf die genannte Rihni geht auch ein Inhalt im Wappen der Gemeinde Eiselfing zurück. Da sie dem Geschlecht der Falkensteiner entstammte, führt das Gemeindewappen einen Falken im Schild. „Die eigentliche Vergangenheit der Siedlungsstätigkeit dürfte allerdings noch weiter zurückliegen. Einige wertvolle und historisch nicht unbedeutende Funde deuten zumindest darauf hin“, schreibt der Eiselfinger Heimatforscher und ehemalige Studiendirektor Ferdinand Steffan in der 2019 erschienen Chronik der Gemeinde.
Eine bewegte Geschichte
In der 1100 Jahre alten Geschichte des Ortes und den Weilern in seiner Umgebung gab es einige schwere Zeiten zu überstehen. So wütete 1635 die Pest in und um Eiselfing. Kerschdorf soll der Überlieferung nach damals fast ausgestorben sein. Im Jahr 1800 lagerten zwischen Bachmehring und Alteiselfing als Folge des Spanischen Erbfolgekrieges Truppen aus Österreich, Bayern und Frankreich. Etwa 60000 Mann sollen es gewesen sein. An die daraus resultierende Schlacht am Magdalenenberg mit tausenden von Toten, deren Gräber größtenteils in Eiselfing liegen, wird seit vielen Jahren durch Gebirgsschützenkompanien aus dem Raum Rosenheim in Wasserburg erinnert.
Auch der Zweite Weltkrieg hinterließ in Eiselfing, damals noch Kircheiselfing, seine Spuren. Aus der Zeit des Kriegsendes gibt es im Berger Holz und um den Eiselfinger See herum Granat-Einschläge der SS-Artillerie, die als Lageplan im „Kriegs- und Einmarschbericht von Kircheiselfing“ in der Schulchronik festgehalten wurden. Zwangsweise wurden im Zusammenhang von beiden Weltkriegen die Eiselfinger Kirchenglocken eingezogen. Am 3. Mai 1948 wurden diese in die Kirche Sankt Rupertus zurückgebracht und in einer „feierlichen Zeremonie“, wie es in der Gemeindechronik heißt, neu geweiht und ihrer eigentlichen Nutzung wieder zurückgegeben.
Gemeinde-
Gebietsreform
Das wohl einschneidendste Ereignis der jüngeren Zeit war im Jahr 1971 jedoch die Gemeinde-Gebietsreform. Aus den vorher selbstständigen Gemeinden Aham, Bachmehring, Freiham und Schönberg wurde die große Flächengemeinde Eiselfing. Ein Jahr später folgte die Auflösung des Landkreises Wasserburg.
Bis heute trägt jede der vier Freiwilligen Feuerwehren der zusammengelegten Gemeinde noch den eigenen Ortsnamen, weshalb die im Ort Eiselfing heimische Feuerwehr weiterhin den Namen „Bachmehring“ trägt. Das neue Gemeindegebiet hat sich in den Jahren zu einer landwirtschaftlich, gewerblich und baulich gesunden Kommune entwickelt, wenn es auch räumliche Grenzen des Wachstums gibt. Besonders stolz ist die Eiselfinger Bürgerschaft mit ihren politisch Verantwortlichen auf die guten Angebote für Kinder und Jugendlichen.
Zwei moderne Kindergärten, eine Kinderkrippe und die Grund- und Mittelschule, um deren langfristigen Erhalt es im Schulverband noch keine endgültige Entscheidung gibt, bieten beste Voraussetzungen für die Bildung und berufliche Entwicklung der jungen Gemeindegeneration. bua