In Erharting leben heute 960 Einwohner in der Verwaltungsgemeinschaft Rohrbach, an der Seite ihrer Schwestergemeinden Niederbergkirchen und Niedertaufkirchen. Dass der Erste Bürgermeister Matthias Huber von der Unabhängigen Wählergemeinschaft Erharting die wichtigsten Informationen der Gemeinde dem Mitteilungsblatt „Ritterboten“ anvertraut, dürfte kein Zufall sein. Schließlich muss er immer mal wieder den Spagat zwischen Mittelalter und der Moderne schaffen.
Gelungenes Ritterfest
An einen Höhepunkt im Gemeindeleben erinnert er sich besonders gern: An die im Mai 2023 groß gefeierte „700 Jahre Schlacht bei Erharting“, die er als Schirmherr hautnah begleitete. Alles stand Kopf, als vornehmlich der örtliche Brauchtumsverein, aber auch Mitglieder anderer Vereine und viele Bürger mittelalterliches Lagerleben um 1322 inszenierten und rund 12000 Gästen unvergessliche Erlebnisse etwa bei Exkursionen auf dem Schlachtfeld hinterm Pauli-Wirt verschafften. Die Besucher bestaunten außerdem eine Feldküche und waren am Ende des Lobes voll ob der insgesamt gelungenen Veranstaltung. Das machte auch den Bürgermeister stolz, der den gewachsenen Zusammenhalt der Dorfgemeinschaft auf der Bürgerversammlung vom November 2023 besonders würdigte.
Auch sonst liegt die ländlich geprägte Gemeinde im Isental keineswegs im Dornröschenschlaf, verfügt sie doch über einen direkten Anschluss an die A94 und profitiert vom florierenden, relativ krisenfesten Lebensmittelhandel und Transportgewerbe. Kaum zu übersehen sind die Gebäude im XXL-Format, die namhafte Logistik- und Verteilzentren am Ortsrand beherbergen. Überdies befindet sich in deren Nähe ein Rohbau für die neu entstehende Bäckerei-Konditorei mit Backstube, Café und Drive-in.
Wohn- und Gewerbegrundstücke
Unabhängig von der durchaus gewollten Gewerbeansiedlung sorgt die Kommune für dringend benötigte Wohn- und Gewerbegrundstücken beispielsweise im jüngsten Baugebiet „Am Fischerweg“. Dank der neuen, kindgerecht eingerichteten Container konnte sie eine wachsende Zahl von Kindern im altersoffenen Kindergarten unterbringen. Auch der neue gemeindliche Bauhof wird demnächst seiner Bestimmung übergeben.
Große Projekte
stehen noch aus
Indessen harren andere Infrastruktur-Vorhaben noch ihrer Verwirklichung, wie der Breitbandausbau oder die Installation neuer Photovoltaikanlagen beziehungsweise die Planung eines Nahwärmenetzes, die Beteiligung an der Energieerzeugung im Regionalverband „Landkreiswerk“, die Straßen- und Schulsanierung.
Darüber hinaus bietet die Gemeinde seinen Bürgerinnen und Bürgern verschiedene Freizeitmöglichkeiten und ein aktives Vereinsleben. Zur „Erhartinger Bergweihnacht“ verwandelt der Verein der Hüttenfreunde den idyllisch am Waldrand gelegenen Biergarten „Sommerkeller“ jedes Jahr in einen vorweihnachtlichen Marktplatz mit ausgewähltem Kunsthandwerk, Handarbeiten und Spezialitäten. Beliebt ist auch das Grillfest am Vatertag vom Wirteerhaltungsverein (WEV), dessen Mitglieder Schweinshaxen und Hendl am Parkplatz des Pauli-Wirts verkaufen. Alle drei Jahre wird dazu ein Maibaum aufgestellt und in der Zeit dazwischen findet ein Oldtimer-Bulldog-Treffen in Form eines Familienfestes mit Hüpfburg und Kinderschminken statt. Der gute Ruf der Gemeinde gründet sich ebenso auf das hier seit 1872 in vierter Generation gebraute süffige Bier und weitere Getränke mit historischem Bezug wie die „Ritter Zwergl“, der „Rittertrunk“ oder die „Ritter Weisse“. kch