Investitionen für Kinder und Senioren

von Redaktion

Manch eine Familie kennt es: die Fixkosten, also das, was man zum einfachen Überleben braucht, werden immer höher. Der Spielraum für das, was darüber hinaus eigentlich sinnvoll wäre, immer geringer, von Anschaffungen aus Spaß an der Freud gar nicht erst zu reden.

Den allermeisten Gemeinden im Landkreis geht es nicht viel anders. Die festen Posten, wie etwa die Abgabe an den Landkreis, steigen von Jahr zu Jahr und auch die Kosten für das, was man braucht, um die vorhandene Infrastruktur – nicht nur Straßen und Gebäude, sondern etwa auch die Feuerwehr oder den Bauhof – am Laufen zu halten.

Dazu kommen Ausgabeposten, an denen man kaum vorüber kommt. In Nußdorf sind das etwa Maßnahmen, die in Zusammenhang mit der Sanierung der Ortsdurchfahrt stehen. Die Straße selbst hat die Gemeinde zwar nicht zu finanzieren, aber die Gehwege, die angepasst werden müssen, sowie den Grundstückserwerb für die geplante Querungsinsel und nicht zuletzt die Begutachtung und eventuelle Sanierung aller Kanäle: Es macht keinen Sinn, damit zu warten, bis wirklich etwas kaputt geht, um dann die gerade erst sanierte neue Straße aufzureißen.

Und da wären ja auch noch die Vorhaben, die nicht unbedingt zum Überleben nötig sind, die man aber gerne verwirklichen würde, denn Stillstand im Ausbau der Infrastruktur ist der Anfang vom Rückschritt. Hier geht es etwa um Baumaßnahmen beim Kindergarten, die durchaus wichtig wären, um zum Beispiel die Barrierefreiheit herzustellen.

Ganz allgemein klagen viele Gemeindechefs auch darüber, dass Aufgaben, die eigentlich der Staat zu bewältigen hätte, zusehends den Kommunen aufgehalst werden. Bürgermeisterin Susanne Grandauer verweist dabei auf die Schließung vieler kleinerer privater Seniorenheime.

Haus am Steinbach geschlossen

Auch Nußdorf steht, seit das Haus am Steinbach geschlossen wurde, ohne eine solche Einrichtung da. Stationäres Wohnen aber auch eine Tagespflege wären aber dringend nötig – es bleibt der Gemeinde trotz immer knapperer Mittel nichts anderes als hier selbst aktiv zu werden. Noch können alle anstehenden Ausgaben über die Einnahmen des nächsten Haushaltes und dank der Rücklagen bewältigt werden. Bleibt die Entwicklung aber so wie sie ist, sieht Susanne Grandauer für die längerfristige Zukunft aber nur noch ein Mittel: Die Vorhabenliste jeweils zusammenzustreichen, ohne Rücksicht darauf, ob die Investition wünschenswert wäre oder nicht.

Wenn das Geld knapper wird, müssen auch Gemeinden gut überlegen, wofür sie es ausgeben – manches von dem, was wünschenswert oder sogar wichtig wäre, muss zunehmend einfach warten. In Nußdorf ist aber eines sicher: Kinder, Senioren und alle anderen, die in der Regel nicht selbst mit ihren Bedürfnissen laut werden, wie etwa Menschen mit Einschränkungen, sollen keinesfalls in einer solchen Warteschleife gefangen sein.

Friedhof: Barrierefreier Zugang

So wird etwa nicht nur beim Kindergarten der Zugang zur Käfergruppe barrierefrei gestaltet werden, es ist auch schon am Friedhof neben der Erneuerung der Toilettenanlage ein barrierefreier Zugang geschaffen worden.

Nur vermeintlich Kleinigkeiten, die in Wahrheit aber durchaus viel Geld kosten und vor allem für die Betroffenen eine Riesenerleichterung sind. jt

Artikel 1 von 11