Richard von Weizsäcker, der 2015 verstorbene, frühere Bundespräsident Deutschlands, hat einmal gesagt: „Wo immer wir die Herausforderungen unserer Zeit mit Verstand und mit Herz annehmen, werden wir die notwendige Kraft finden“. Steigende Energiekosten, Klimawandel, Flüchtlings- und Asylthematik und noch einiges mehr waren neben vielen Kleineren die großen Herausforderungen des vergangenen Jahres, die auch vor Bad Aibling im Landkreis Rosenheim nicht halt gemacht haben.
Und doch hat die Kurstadt im Mangfalltal auf die damit verbundenen Veränderungen aktiv und flexibel reagiert und dabei mit viel Herz und Verstand über die eine oder andere neue Idee nachgedacht oder sie auf den Weg gebracht.
Historische
Ratssitzung
Als Beispiel mag hier das Thema Energie dienen. Bei einer historischen Sitzung von 160 Stadt- und Gemeinderäten im Januar 2023 im Kurhaus Bad Aibling, die als erste gemeinsame Stadtrats- und Gemeinderatssitzung von sechs Kommunen in die Geschichte des Mangfalltals und des Landkreises Rosenheim eingegangen ist, konnte die Gründung einer Mangfalltal Energie GmbH auf den Weg gebracht werden.
Im Laufe des Jahres wurde diese in Kooperation mit der Energie Südbayern gegründet und am 19. Juli mit dem Gesellschaftsvertrag notariell beurkundet.
Das Ziel dieser neuen Gesellschaft soll es sein, den Bürgern und Bürgerinnen der Stadt Bad Aibling, der Gemeinde Feldkirchen-Wes- terham, des Marktes Bruckmühl sowie der Gemeinden Großkarolinenfeld, Tuntenhausen und Bad Feilnbach eine sichere, nachhaltige und bezahlbare Energieversorgung zu gewährleisten. Durch eine regionale Energieerzeugung soll hierbei noch mehr Unabhängigkeit von den Energiemärkten erreicht werden.
Der operative Geschäftsbetrieb der Mangfalltal Energie GmbH wird im Frühjahr dieses Jahres aufgenommen. Die ersten Stromlieferverträge in den Nachbargemeinden Bad Aiblings können bereits jetzt mit der neu gegründeten Gesellschaft abgeschlossen werden. Die Bad Aiblinger bleiben Kunden der Stadtwerke Bad Aibling.
Klimaschutzkonzept verabschiedet
Auch im Bereich des Klimaschutzes hat sich in der Stadt Bad Aibling im vergangenen Jahr einiges bewegt. So wurde in einer Stadtratssitzung im September das Klimaschutzkonzept verabschiedet, das nun in die Umsetzung geht.
Eine der beschlossenen Maßnahmen beinhaltet den Ausbau von Photovoltaikanlagen auf geeigneten kommunalen Liegenschaften zur Nutzung erneuerbarer Energien. So wurde beispielsweise bereits das Dach der Eissporthalle mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet.
Daneben gibt es eine ganze Reihe weiterer Projekte, wie den Abschluss der Maßnahme an der Dekan-Albrecht- und der Birkenstraße oder der Ghersburgstraße, über den Bau der Kindertagesstätte im Baugebiet Harthausen-Ost, die bis zum Jahresende 2024 fertig werden soll und damit weitere Kapazitäten für die Kinderbetreuung schafft, bis hin zur Übernahme der Straßenunterhaltung im B+O-Parkgelände.
Wohnprojekt in
der Bauphase
Auch private Investoren tragen auch in diesem Jahr einen erheblichen Teil zur Stadtentwicklung und zur Attraktivitätssteigerung von Bad Aibling bei.
Zum einen gibt es das Lichtspielhaus und das Wohnprojekt „Wohnen am Mühlbach“, die seit 2023 in der aktiven Bauphase sind und die das Gesicht der Stadt um den Marienplatz herum verändern werden.
Zum anderen laufen die Planungen für die Bebauung des Werkgeländes der ehemaligen Molkerei Ziegenhain. Unter dem Projektnamen „Alte Molkerei“ sollen hier auf 9500 Quadratmeter 100 Wohnungen entstehen, mit denen moderner und ökologischer Wohn- und Lebensraum für alle Generationen geschaffen wird, die langfristig ein Zuhause in Bad Aibling finden möchten. Franz