Große Vorhaben lassen sich nicht im Hauruck-Verfahren verwirklichen, sondern brauchen ihre Zeit.
Das gilt besonders auch für die sogenannten ISEK-Verfahren. „ISEK“ steht für „Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept“ und ist für die Gemeinden eine Voraussetzung, wenn man im Rahmen der Ortsentwicklung an staatliche Fördertöpfe will.
Für die Bürger aber ist mit ISEK die Chance verbunden, eigene Ideen, Wünsche und Vorstellungen einzubringen bei der Frage, wie der Ort, in dem man lebt, in Zukunft aussehen soll.
Au durchlief in den Jahren 2019/2020 ein solches Verfahren. Ein großer Wunsch war es damals, dem Ort zu einer echten Ortsmitte zu verhelfen.
In der Folge kam man auch auf ein passendes Gebäude, das sogenannte Trogerhaus: Knapp 100 Jahre vor dem Dreißigjährigen Krieg und noch zu Lebzeiten Martin Luthers, nämlich 1537, wurde es erbaut. Es ist damit eines der ältesten Bauernhäuser in Oberbayern und schon von daher ein Juwel.
Café im Trogerhaus angedacht
Seit einiger Zeit sucht man intensiv nach Nutzungsmöglichkeiten, die nicht nur das Haus aufwerten, sondern auch seiner gewünschten Rolle als eine Art Ortsmittelpunkt entgegenkommen. Der Trogerhausbeirat kam dabei auf die Idee, dort eventuell ein Café einzurichten, mit dem Gastbereich vorn im ganz alten Teil des Hauses und die notwendige Infrastruktur – Küche, Toiletten – dahinter. Natürlich geht bei einem solch alten Gebäude nichts ohne den Denkmalschutz, doch der signalisierte seine prinzipielle Offenheit: Auch dort will man das Gebäude nicht nur museal nutzen, sondern ins Leben zurückholen. Womit bewiesen wäre: ISEK-Verfahren sind nicht nur Denkspielplätze für Bürger und Gemeindeverwaltung, sie zeigen durchaus auch konkrete Ergebnisse.
Dass das manchmal Zeit braucht, wird zumindest dem Trogerhaus selbst egal sein: Wer fast ein halbes Jahrtausend auf dem Buckel hat, dem kommt es auf ein paar Jahre mehr oder weniger ganz sicher nicht an. jt