Polling steht vor großen Herausforderungen. Es geht zum einen um die Energieversorgung, um die Errichtung eines eigenen Fernwärmenetzes mit dem Anschluss an die derzeit im Bau befindliche Geothermie. Die Investitionen für dieses Fernwärmenetz bezifferte Bürgermeister Lorenz Kronberger in einer Gemeinderatssitzung mit einem Investitionsvolumen von circa 30 Millionen Euro. Zum anderen steht die Erweiterung der Kinderkrippe im Fokus, die bereits nach drei Jahren aufgrund der hohen Auslastung zu klein geworden ist.
Anschluss an die Geothermie
Noch im Jahr 2023 hat der Gemeinderat für die Gründung eines Kommunalunternehmens zum Betrieb eines eigenen Wärmenetzes votiert, im Januar 2024 wurde die dafür notwendige Satzungsvorlage eingebracht. Der Zeitplan der Erdwärme Inn GmbH & Co. KG, die das Geothermie Projekt am nördlichen Ortsrand Pollings umsetzt, sieht für das vierte Quartal 2025 die Wärmelieferung für die beiden Gewächshäuser der Reichenspurner GmbH und den Anschluss an das Fernwärmenetz der Gemeinde Polling vor. Der ursprünglich angedachte Termin zum Beginn der Bohrarbeiten verzögerte sich etwas, da sich einerseits beim Einsatz der Bohranlage im Vorprojekt des beauftragten Bohrunternehmens Verschiebungen ergaben und zum anderen ein Brandanschlag den Fortschritt der Bauarbeiten beim Bohrplatz behinderte. Die polizeilichen Ermittlungen zu diesem Anschlag sind noch nicht abgeschlossen. Das Jahr 2023 war somit zusammenfassend der Vorbereitung der Bohrungen mit der Beschaffung und Beauftragung nahezu aller relevanter Materiallieferungen und Leistungen sowie dem Bohrplatzbau und der Ausführungsplanung der weiterführenden Leistungen im Projekt gewidmet.
Bohrstart soll im März erfolgen
Zum 31. Januar dieses Jahres erfolgten die Abnahme des Bohrplatzes durch das Bergamt Südbayern, die Mobilisierung der Bohranlage und der Bohrstart soll nun im März erfolgen. Läuft alles nach Plan, ist mit der Fertigstellung der ersten Bohrung etwa Mitte bis Ende Juni 2024 zu rechnen. Die zweite Bohrung soll bis Ende des dritten Quartals 2024 am Ziel sein. Im Anschluss daran ist die Demobilisierung der Bohranlage, die Entsorgung der Testwässer und der Rückbau der Testbecken vorgesehen. Die weitere Planung beinhaltet bis zum Ende des dritten Quartals 2025 die Fertigstellung der verschiedenen Leistungen für das Fernwärmenetz, die Energiezentrale und die Anlagentechnik sowie die Lieferung und den Einbau der ESP-Pumpe. Nach einem anschließenden Langzeitpumptest soll die Wärmelieferung für die Gewächshäuser sowie der Anschluss an das Fernwärmenetz Pollings erfolgen.
Erweiterung der Kinderkrippe
Die Planung für die Erweiterung der Kinderkrippe steht. Der überarbeitete Entwurf wurde in der Gemeinderatssitzung vom 16. November des vergangenen Jahres abgesegnet. Der Anbau wird auf der Südseite in Richtung Bauhof erfolgen. Die Pläne sehen einen Anbau für zwei Gruppen mit je zwölf Kindern vor, erweiterbar auf 15 (Stand 2. Februar 2024). Die Räume bekommen eine dezentrale Lüftung sowie eine großzügige Küche, mit der künftig die Krippe, der Kindergarten und die Schule versorgt werden können. Damit trägt man auch der Ganztagesbetreuung an Grundschulen Rechnung, die ab 2026 erfolgen muss. Die Küche ist so dimensioniert, dass hier täglich bis zu 100 Essen gekocht werden können. Zudem besteht die Möglichkeit, hier mit den Kindern gemeinsam zu kochen. Anregungen für die neue Küche und auch für die neue Lüftungsanlage holte man sich bei der Einrichtung in Schönberg, wie Bürgermeister Lorenz Kronberger in der Sitzung des Gemeinderates erklärte. Die dortige dezentrale Lösung bei der Lüftung hat überzeugt, die Wartung ist leichter und günstiger, die Räume können je nach Nutzung belüftet und beheizt werden. Dabei kommen Wärmetauscher zum Einsatz, die an der Wand angebracht werden, überall mit Filter ausgestattet sind und die Luft im Winter automatisch anwärmen. Ein weiterer Technikraum ist dafür nicht notwendig. wag