Mehrere Bauleitplanungen treiben den Gemeinderat in Bad Endorf um. Da ist zum einen der Bebauungsplan Ströbinger Hof. Mit dem Bebauungsplan wird gemäß der Vorgabe des Flächennutzungsplanes ein Sondergebiet für Kur, Gesundheit, Erholung, Tourismus und soziale Zwecke festgesetzt.
Zunächst soll der bestehende Hotelbau erweitert werden, später können zwei Ferien-Appartmenthäuser folgen. Die Zufahrt erfolgt über die Lorenz-Linseis-Straße. Die Hotel-Erweiterung sei für Endorf als Standort wichtig, erklärt Bürgermeister Alois Loferer. Es stärke den Stellenwert der Marktgemeinde als Tourismus- und Gesundheitsort.
Auf dem am nördlichen Ortsausgang gelegenen Areal in Form eines Dreiecks rund um Wasserburger- und Kreuzstraße sind unter anderem ein Haus für sozialtherapeutisches Wohnen und Mehrfamilienhäuser angedacht.
Überhaupt steht und fällt alles mit ISEK (integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept), das seit mehreren Jahren läuft.
Im Dialog mit den Bürgern und wichtigen Akteuren wurden die Richtung der zukünftigen Ortsentwicklung festgelegt und Schwerpunktaufgaben der Zukunft definiert. Dabei standen die Untersuchung der Verkehrsproblematik und die Entwicklung entsprechender Lösungsansätze im Mittelpunkt. Ausdrücklich wurde die Möglichkeit untersucht, den Verkehr verträglich in das bestehende Netz einzubinden. Als Pilotprojekt des Freistaats Bayern war es hier das Ziel, Lösungsansätze für die stark belastete Ortsmitte aufzuzeigen. Das Sanierungsgebiet steht nun fest, und der Marktgemeinderat hat ein Gestaltungshandbuch sowie das Kommunale Förderprogramm beschlossen.
Im Rahmen von ISEK soll das Haus des Gastes als Vorzeigeobjekt saniert und erweitert werden. „Die bisherigen und weiteren Planungen müssen wir eng mit der Städtebauförderung absprechen,“ berichtet Loferer.
Der aktuelle Planungsstand sieht eine Markthalle im Erdgeschoss vor, die auch Raum für Ausstellungen bieten soll. Musikschul- und Jugendräume kommen ins Ober- beziehungsweise Dachgeschoss. Nach hinten soll ein großzügiger, hochwertiger Platz entstehen – ein Begegnungsplatz, der die Aufenthaltsqualität fördern soll.
Am Ende des ISEK-Prozesses steht auch ein neues Rathaus mit Bürgerzentrum in der Ideensammlung. Anstelle des alten Rathauses könnte ein Geschäftshaus samt darüber liegenden Wohnungen eine begrünte Freifläche entlang der Bahnhofstraße umrahmen und damit ein neues Ortsbild prägen. „Das sind Visionen, die im ISEK-Masterplan entwickelt wurden,“ sagt Loferer. Für die Umsetzung derlei weitreichender Pläne brauche es Zeit und Mut – und es müsse finanzierbar sein.
Auch der Verkehr soll dank ISEK gezähmt werden. Um Abhilfe beim Nadelöhr Wasserburger-Rosenheimer Straße zu schaffen, soll ein Kreisel entstehen. Dafür wurden schon zwei Gebäude abgerissen. „Da entstand richtig Luft auf dem Platz,“ erklärt Bürgermeister Loferer. Wenn der Kreisel steht, sollen drei Zebrastreifen das Überqueren erleichtern und das Stauphänomen Geschichte sein.
Im vergangenen Jahr ging es um das Sicherheitsaudit, nun müssen noch offene Fragen hinsichtlich der Grundstücke und der Kanalinfrastruktur mit den Erkenntnissen des Sturzflutrisikomanagements geklärt werden. „Da sind wir noch nicht ganz am Ziel,“ erklärt Bürgermeister Loferer. Vor 2025 rechnet er nicht einem Baubeginn.
Die Nahwärmeversorgung in der Hans-Kögl-Straße soll heuer angegangen werden. Diese soll das derzeit im Bau befindliche Schulzentrum mitbeliefern und alte Öl- und Gaskessel in bestehenden Gebäuden klimafreundlich ersetzen.Elisabeth Kirchner