Der Baustoff Zement gehört wohl zu den größten Hürden bei der Erreichung der Klimaziele im Baubereich. Mit jeder Tonne, die von der Beton-Zutat hergestellt wird, entweichen 660 Kilogramm CO2 in die Atmosphäre. Doch nach und nach kommen Alternativen auf den Markt.
Beim Alleskönner Beton ist vor allem der Klinkeranteil im Zement für die CO2-Emissionen verantwortlich. Zementklinker ist ein gebranntes Ton-Kalk-Gemisch, das für die Aushärtung des Zements sorgt, und ist daher nicht mit den Klinkersteinen, die der Hausverkleidung dienen, zu verwechseln.
Wer baut oder saniert, kann neuerdings Material verwenden, bei dem zum Beispiel Ölschiefer oder Hüttensand den Zementklinker ersetzen. „Mit klinkerarmem Öko-Beton kann man 30 bis 50 Prozent der CO2-Emissionen einsparen“, sagt Holm Breitkopf von der BHW Bausparkasse. Auch Spannbeton-Fertigdecken bringen Zeit- und Geldvorteile, weil sie schneller fertigzustellen sind und weniger Gewicht haben. Der Betonverbrauch sinkt dabei um bis zu 50 Prozent, der CO2-Ausstoß im Vergleich zur massiven Betondecke um 25 Prozent.
Was ist das Material der Zukunft?
Die Forschung arbeitet an weiteren Ideen, von denen Bau- und Sanierungswillige künftig profitieren können. Dazu gehören Varianten, die Zement ersetzen, wie Carbon-Beton mit Kohlenstofffasern, „Grüner Beton“ mit gereinigter Flugasche und Bio-Beton mit Pflanzenfasern. Ein vorbildliches Projekt steht seit 2022 in Dresden. „The Cube“ ist das weltweit erste Gebäude aus Carbon-Beton. Carbonmatten oder -stäbe ersetzen hier konventionelle Stahlteile.
Die Konstruktionen sind bis zu viermal leichter und besitzen dennoch eine bis zu sechs Mal größere Zugfestigkeit.
Auch beim Bau eines neuen ICE-Werks in Cottbus wurde klimafreundlicher Beton verwendet. Bei der Produktion des Materials sorgt ein Hochleistungsultraschall dafür, dass dieser schneller fest wird. Ein Verfahren, das bis zu 30 Prozent CO2 und ebenso viel Energie einspart. bhw