Energieautark rundherum

von Redaktion

Solarkraftwerke als Balkonverkleidung oder Zaun

Unabhängigkeit von öffentlichen Energieversorgern, bares Geld sparen und gleichzeitig etwas für den Klimaschutz tun: Diese Argumente überzeugen immer mehr Haushalte, selbst zum Energieerzeuger zu werden. Mittlerweile gibt es zudem immer neue Wege, Photovoltaik (PV) innerhalb des Grundstücks zu inte-grieren. Das Dach allein ist – auch aufgrund einer stetig zunehmenden Effizienz dieser Technologie – längst nicht mehr der einzige Ort, an dem man gewinnbringend Strom erzeugen kann.

Balkonkraftwerke
verdreifacht

So hat sich beispielsweise die Zahl der Balkonkraftwerke in Deutschland 2023 gegenüber dem Vorjahr auf 260000 Anlagen verdreifacht, berichtet die Bundesnetzagentur. Laut Statistik wurden zudem gut 70 Prozent der 2023 neuen, privaten Solaranlagen mit einem Stromspeicher kombiniert – so lässt sich die selbst gewonnene, erneuerbare Energie auch am Abend nach Einbruch der Dunkelheit nutzen. Der Trend wird sich allen Erwartungen nach 2024 fortsetzen. Zudem dürfte die tatsächliche Zahl der installierten Privatkraftwerke nochmals deutlich höher sein, da viele Anlagen nicht registriert werden.

Neben der Balkonverkleidung bieten sich etwa auch Solarzäune an, um das Praktische mit dem Ökologischen zu verbinden. Sie dienen gleichzeitig als Sichtschutz und können sogar beidseitig einen Großteil des eigenen Energiebedarfs abdecken – und das keineswegs nur bei strahlendem Sonnenschein: Durch die schnelle Weiterentwicklung der Technologie in den vergangenen Jahren sind die Systeme für die grüne Stromerzeugung immer leistungsstärker und effizienter geworden – selbst bei bewölktem Himmel.

Solarmodule in
der Fassade integriert

Eine dritte neue Variante, sein Grundstück mit Solarpanelen zu bestücken, ist die Fassaden-Photovoltaik. Der Vorteil einer solchen Anlage liegt auch in der meist freien Wahl der Außenwände. Die Südseite ist hier die in der Regel günstigste, um die Energie der Sonne anzuzapfen. Dabei gibt es zwei Möglichkeiten der Installation: Einmal als sogenannte gebäudeintegrierte PV-Anlagen, bei denen die Solarmodule in die Fassade integriert sind – also diese zum Teil selbst bilden. Diese Art der Anbringung muss allerdings bereits während der Bauphase umgesetzt werden.

Wer im Nachhinein seine Fassade für solare Stromerzeugung nutzen will, hat auch dazu die Möglichkeit. Die Solarmodule werden hier mithilfe einer Metallkonstruktion – einer sogenannten Vorhangfassade – vor der Hauswand angebracht. Je nachdem, welche Solarmodule dabei zum Einsatz kommen, ist gegebenenfalls ein gewisser Abstand zur Hauswand einzuhalten, um eine ausreichende Belüftung zu gewährleisten.

Ganz an die Effektivität von Dachanlagen kommt allerdings keine der neuen Standortvarianten heran. Der einfache Grund: Je senkrechter die Sonnenstrahlen auf das Modul treffen, desto mehr Energie kann das Gerät absorbieren. Und diesen Winkel können auf Grundstücken vor allem Dachflächen am besten zur Verfügung stellen.Christoph Kastenbauer/djd

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