Wer auf der Suche nach einem hausgemachten Stück Kuchen ist, sollte bei Rosi’s Kuchen Standl Halt machen.
„Wir sind jeden Freitag für Sie da“
Es liegt was in der Luft: Die Sonne scheint, die Marktbesucher warten geduldig vor den Ständen, blinzeln dabei ins Sonnenlicht, genießen die Wärme und scheinen überhaupt guter Dinge zu sein. An den Ständen wird viel gescherzt. „Es ist halt Frühling“, sagt der ebenfalls gut gelaunte Marktleiter Thomas Müller. So einfach? „Ja, manchmal liegen die Dinge eben einfach“, so Müller. Beim Bauernmarkt sowieso: Seit es Märkte gibt, ziehen Bauern aus der Region mit ihren Waren zum Marktplatz. Nur gefeilscht werde heute in der Regel nicht mehr.
„So ein Markt vermittelt immer auch ein Gefühl von Heimat und regionaler Verbundenheit“, betont Müller, dessen elterlicher Hof seit seinem sechsten Lebensjahr als Bio-Betrieb wirtschaftet. „Ich fühle mich in der Landwirtschaft zu Hause, möchte nichts anderes machen und hoffe auch, dass eines meiner Kinder den Betrieb einmal übernehmen wird.“ Mit Blick auf den Bauernmarkt sagt er: „Es ist halt etwas anderes, ob man schnell seinen Einkauf erledigt und sich zwischen Supermarktregalen trifft, oder ob man draußen, mitten auf dem historischen Stadtplatz in Mühldorf steht und beim Einkaufen ins Ratschen kommt.“ Regelmäßige Aktionen, sei es von den Landfrauen, Vereinen oder Kindergärten machen den Besuch zudem tatsächlich zu einem Einkaufserlebnis. Und das seit 30 Jahren.
30 Jahre und aktueller
denn je
Als vor 30 Jahren der Markt zum ersten Mal auf dem Stadtplatz stattfand, wurde auf der großen Weltbühne der Eurotunnel eröffnet, der unter dem Ärmelkanal Frankreich und England verbindet, und Nelson Mandela wurde der erste schwarze Präsident Südafrikas. „Je globaler unsere Welt geworden ist, desto wichtiger scheint vielen Menschen die Regionalität zu sein – auch auf dem Teller. Pandemie und Lieferengpässe haben diesen Trend noch einmal verstärkt“, so Müller.
Wissen, was auf dem
Teller landet
Auch ihm ist es eine Herzensangelegenheit, dass Menschen zu schätzen wissen, was sie in ihrer Küche verarbeiten und wie es produziert wird. „Als Landwirte leben wir von und mit der Natur und haben daher ein ureigenes Interesse daran, unsere Böden zu schützen.“ Sein Hof wird biologisch bewirtschaftet, aber er betont, dass auch in der konventionellen Landwirtschaft die Bauern ihrer Verantwortung nachkommen. Beispiel Felder striegeln: Diese mechanische Beikrautbekämpfung mit einem Striegel, mit dem der Boden wie mit einer Bürste vorsichtig bearbeitet wird, stellt im ökologischen Landbau häufig die einzige Möglichkeit dar, Gräser und Kräuter zu bekämpfen.
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