Niedrige Mieten für Daseinsvorsorger

von Redaktion

Modell für die Anwerbung wichtiger Arbeitskräfte

Sie alle sind für die meisten Menschen hierzulande selbstverständlich geworden: Maßnahmen, die die Grundbedürfnisse des Menschen garantieren. So sorgt die Polizei für Sicherheit, der MVV für Mobilität, die Stadtwerke liefern Strom sowie sauberes Trinkwasser und städtebauliche Maßnahmen gewährleisten eine funktionierende Infrastruktur. Zusammengefasst nennt man diese Leistungen Daseinsvorsorge. Dass es von elementarer Bedeutung ist, für eben dieses Dasein der Menschen vorzusorgen, dürfte kaum jemand bezweifeln.

In München allerdings werden dafür Arbeitskräfte knapp, auch deshalb, weil der Wohnraum extrem teuer ist. Die Stadt hat darauf vergangene Woche reagiert: So will sie mit einem speziell zugeschnittenen Baulandmodell den Werkswohnungsbau für Fachkräfte der Daseinsvorsorge fördern.

So können künftig staatliche, kommunale oder auch private Unternehmen aus den Bereichen Gesundheit, Ver- und Entsorgung, Verkehr und öffentliche Verwaltung ihre eigenen Grundstücksflächen bebauen und für ihre Mitarbeiter nutzen. Und das zu einem niedrigen Mietniveau.

Stellenargument günstige Wohnung

„Die Beschäftigten der Daseinsvorsorge bilden das Rückgrat einer funktionierenden Stadtgesellschaft und leisten dadurch einen enormen Beitrag zur Lebensqualität in der Landeshauptstadt“, betonte Dieter Reiter die Notwendigkeit der Maßnahme.

Bezahlbare Werkswohnungen seien laut Münchens Oberbürgermeister der Schlüssel für die Personalgewinnung und damit für die Stärkung der Daseinsvorsorge in München. „Wenn zum Beispiel die Stadtwerke München in einem Bewerbungsgespräch gleich eine bezahlbare Wohnung anbieten können, fällt es leichter, die dringend benötigten Busfahrer zu gewinnen. Das kommt allen Münchnerinnen und Münchnern zugute.“

70 Prozent der neu gebauten Werkswohnungen dürfen dabei maximal zu 15 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche angeboten werden, teilweise auch nur zu 11,50 Euro beziehungsweise zehn Euro pro Quadratmeter. Die Miethöhe richtet sich dabei nach dem Einkommen der jeweiligen Mieter.

Die restlichen 30 Prozent der Wohnungen dürfen maximal zur ortsüblichen Vergleichsmiete vermietet werden.

Neben den Stadtwerken München werden unter anderem auch die Stadibau (ein Wohnungsunternehmen für Staatsbedienstete des Freistaates Bayern) und die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) am neuen Baulandmodell teilnehmen. Aber auch private Unternehmen der Daseinsvorsorge können sich für dieses Modell bewerben.

Christoph Kastenbauer

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