Wenn die Bauwirtschaft weiterhin mit hohen Materialkosten und sinkenden Baugenehmigungen kämpft, gibt es auf dem Immobilienmarkt wieder leichte Anzeichen der Verbesserung. Der Grund für diese Diskrepanz dürfte am Faktor der Finanzierungsbedingungen liegen: Da Bauzinsen aktuell leicht sinken und erst einmal auch nicht wieder deutlich steigen sollen, wird der Immobilienerwerb wieder attraktiver – auch deshalb, da viele von der Krise gebeutelte Bauträger ihre Preise zuvor gesenkt hatten.
„Das Zinsniveau hat sich seit Beginn des Jahres in einem Korridor um 3,5 Prozent für zehnjährige Darlehen eingependelt. Wir gehen davon aus, dass sich die Zinsen auch in der kommenden Zeit um 3,5 Prozent herum bewegen werden“, sagt Jörg Utecht vom Finanzierungsvermittler Interhyp. Unter diesen verbesserten Bedingungen – Bauzinsen lagen im vergangen Jahr teils über vier Prozent – könnte die Nachfrage leicht anziehen und so Immobilienpreise seit Anfang 2022 zum ersten Mal wieder steigen. Laut Zahlen des Finanzierungsvermittlers lag der durchschnittliche Kaufpreis für eine Immobilie zum Bau oder Kauf inklusive Nebenkosten in Deutschland im ersten Quartal 2024 bei 449000 Euro – und damit zwei Prozent über dem Vorquartal.
Dieser Trend ist laut dem Interhyp-Immobilienpreisindex regional unterschiedlich ausgeprägt. Wachstumsraten, die allerdings noch zu gering sind, um den großen Umschwung anzukündigen. Das weiß auch Utecht: Um von einer Trendwende zu sprechen, sei es vorerst noch zu früh. ck