Was geht Last-Minute?

von Redaktion

Bessere Buchungsbedingungen und Tipps

Die Pleite des Reiseveranstalters FTI hat viele kalt erwischt und fest geschmiedete Urlaubspläne ins Wanken gebracht. Aber auch Kurzentschlossene, die noch keinen Urlaub gebucht haben, werden die Folgen direkt oder indirekt spüren. Laut Online-Reiseportal Holidaycheck wird die Insolvenz des drittgrößten europäischen Reiseanbieters für eine steigende Nachfrage nach Last-Minute-Angeboten sorgen. Was heißt das konkret? Wie wirkt sich die FTI-Pleite auf die Preise und das Angebot für Sommerurlauber aus? Holidaycheck berichtet, dass einerseits nun Kapazitäten in Hotels und Flugzeugen frei geworden sind, andererseits Exklusiv-Kapazitäten wie Vollcharter-Flüge gestrichen wurden. Gleichzeitig wird die Nachfrage durch Urlauber, deren FTI-Reise im Sommer infrage steht, größer.

Mehr Flexibilität

Bessere Buchungsbedingungen, das ist der Mehrwert, den Holidaycheck aktuell durch die FTI-Pleite beobachtet. So versuchen andere Veranstalter, mit flexiblen Buchungskonditionen FTI-Kunden, die nicht wissen, ob ihre Reise durchgeführt wird, abzuholen. Teilweise können davon auch alle anderen Urlaubswilligen profitieren. Schauinsland Reisen zum Beispiel bietet bis Ende Juni stark reduzierte Stornobedingungen für Neubuchungen an. Bei TUI Deutschland können Flugpauschalreisen ab sofort bis vier Tage vor Abreise gebührenfrei storniert werden – das Angebot gilt für den Abreisezeitraum bis 25. Juni. Dertour und ITS bieten für Neubuchungen bis 17. Juni kostenfreie Stornierungen bis drei Tage vor Reiseantritt an – für Trips mit Abreise bis 31.Oktober 2024.

Spartipp: Türkei

Jetzt seinen Sommerurlaub zu buchen, ist also eine gute Idee. Die Auswahl an Reisezielen ist nach Angaben verschiedener Veranstalter groß, Hotel- und Flugkontingente seien erhöht worden, heißt es etwa von der Dertour Group oder von Alltours. Laut TUI gibt es gute Angebote auf Mallorca, in Tunesien und in Bulgarien. Durch die Insolvenz der FTI werde es allerdings kurzfristig auch zu attraktiven Konditionen in der Türkei und Ägypten kommen, teilte ein Sprecher mit. „Dies waren die beiden wichtigsten Märkte der FTI, und daher werden auch wir als TUI dort jetzt neue Angebote mit den Hoteliers und Airlines zusammenstellen.“ Griechenland- oder Spanien-Urlauber sollten allerdings eher früher als später buchen, da hier schon eine große Nachfrage herrsche. Holidaycheck teilte mit, dass selbst in gefragten Regionen wie Mallorca, Rhodos oder der Türkischen Riviera die Auswahl an Reisen aktuell sehr gut sei. Das macht Lust auf Sommerurlaub. Wir haben on top zur aktuellen Situation auch noch ein paar Spar-Tipps gesammelt.

Dritte Augustwoche

Reisende sparen im Durchschnitt 20 Prozent, wenn sie in der Woche beginnend am 19. August im Vergleich zur Woche ab dem 29. Juli verreisen. Für eine vierköpfige Familie kann das eine durchschnittliche Ersparnis von bis zu 334 Euro bedeuten.

Auch der Zeitpunkt der Buchung entscheidet über den Preis. Skyscanner hat herausgefunden, dass Kurzentschlossene beispielsweise Fuerteventura am günstigsten vier Wochen im Voraus buchen, Antalya bietet die besten Angebote drei Wochen vor Abflug, Faro sollte man zehn Wochen im Voraus fix machen. Gute Schnäppchen für Korfu bekommen die, die drei Wochen vor Abflug buchen.

Der Handy-Trick

Einen Extratipp in Sachen Buchung hat das Reiseportal Urlaubsguru: Man solle beim Online-Preisvergleich verschiedene Endgeräte nutzen. So gebe es etwa auf mobilen Geräten häufig Rabatte. Bei der Suche nach Angeboten empfiehlt es sich außerdem, regelmäßig die Cookies im Browser zu löschen.

Acht statt sieben Tage

Der Trick, dass man bei Flugreisen einen Abflughafen in einem Bundesland wählt, in dem keine Sommerferien sind, ist schon recht bekannt. Holidaycheck hat aber auch herausgefunden, dass Reisen mit sechs oder acht Tagen Länge günstiger sind, als siebentägige Angebote. Weloveholidays rät außerdem zu Abflügen in der Wochenmitte. Diese seien günstiger als solche am Wochenende.

Neue Orte erkunden

Weniger touristische Orte sind preiswerter, da die Nachfrage hier noch viel geringer ist. Beispiele nennt hier MyPostcard, die für den Sommerurlaub 2024 Geheimtipps parat hat wie das historische Küstenstädtchen Kotor in Montenegro, das bezaubernd an einem riesigen See gelegene finnische Lappeenranta, die polnische Stadt Hel mit ihren unzähligen Traumstränden oder das faszinierende Mostar in Bosnien-Herzegowina. Auch das ursprüngliche Fés in Marokko, Thassos, das supergrüne Eiland im Norden Griechenlands oder Cabrera, die Mini-Insel vor Mallorca, seien in diesem Sommer eine Reise wert. Was die Preise an diesen Orten betrifft, listet Check24 auf, dass Griechenlands meistbesuchte Insel, Santorin, in den kommenden Sommerferien rund 175 Euro pro Person und Tag kostet, während Thassos mit nur 112 Euro und Samos mit günstigen 90 Euro pro Tag und Person zu Buche schlägt.

Und noch ein letzter Tipp für Familien: Laut der Urlaubspiraten stehen in diesem Spätsommer super Schnäppchen in Österreich an. Am allergünstigsten kommen die weg, die gerne campen. Auf dem ADAC-Campingportal PiNCAMP kann man ein Angebot buchen, bei dem eine ganze Familie in der Bretagne für eine Woche Urlaub weniger als 300 Euro zahlt.

Tom Nebe/dpa,Julitta Ammerschläger

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