Wenn es nach frisch gebratenen, knusprigen Hendl und herzhaften Bratwürsten riecht, verspüren die einen ein Glücksgefühl, die anderen atmen nur noch flach. Für Vegetarier oder Veganer zwischen all den traditionellen Schmankerln etwas zu finden, ist gar nicht so einfach. Wie sieht es auf dem Mühldorfer Traditionsvolksfest aus? Wo gibt es vielleicht saftige Burger ohne Fleisch, würzige Tofu-Bratwürste und vegane Kässpatzen? Wir haben nachgefragt, wer was aus dem Pflanzenreich anbietet.
Hier kommt eine vegane
Tortellini-Pfanne auf die Karte
„Über veganes Essen habe ich mir mehr als nur Gedanken gemacht“, verrät Anna-Katharina Lohner, Festwirtin im Innbräu. Sie ist mit ihrer Familie auf Messen unterwegs gewesen, die sich auf vegane und vegetarische Speisen spezialisiert haben. Die Lohners probierten sich an den Messeständen durch und sammelten kulinarische Ideen für die Volksfesttage in Mühldorf.
Was in jedem Fall auf den Tisch kommt: Eine vegane Tortellini-Pfanne, die nicht nur Veganern schmecken wird, da ist sich Anna-Katharina Lohner ziemlich sicher. „Bereits letztes Jahr hatten wir ein Gemüseschnitzel auf der Karte, das wir mit und ohne Dip bereitstellen können“, so die Wirtin. Das Gemüseschnitzel fand großen Anklang und daher wird es auch heuer wieder serviert. Die Nachfrage nach vegetarischer und auch veganer Kost sei auch auf einem bayerischen Volksfest durchaus vorhanden. „Und außerdem“, scherzt die junge Festwirtin: „Brezen und Bier sind für Veganer, Vegetarier und Fleischesser ausreichend vorhanden.“
Konzentration auf
das Bayerische
Ein hundertprozentiges veganes Menü wird Roman Tauscheck, neuer Festwirt im Spatenzelt, nicht auf seine Karte setzen. „Wir konzentrieren uns auf die bayerische Tradition in einem bayerischen Bierzelt“, unterstreicht der Gastronom und ergänzt: „Weil man im Voraus nicht einschätzen kann, wie viele vegane Speisen überhaupt gefragt sind, will ich beispielsweise nicht irgendeine Anzahl Tofuwürste bestellen, die dann doch nicht gegessen werden und die ich dann entsorgen müsste, was absolut nicht in meinem Sinne ist.“ Die Spatenküche ist jedoch durchaus flexibel und bedient Veganer gerne mit diversen Salaten, Ofenkartoffeln, Radi und Brezen oder Pommes. Das gleich gelte natürlich auch für Leute, die zu ihrem Getränk ein vegetarisches Essen genießen wollen.
„Wir haben eine schlanke Karte, auf der zwar vegetarische, aber keine veganen Speisen stehen“, erklärt Markus Leserer, Wirt im Erhartinger-Festzelt. Freilich gäbe es beispielsweise Kraut- und Kartoffelsalat.
Biergartenkultur
aufrechterhalten
Doch der Festwirt ist der Ansicht, dass ein Veganer genau weiß, auf was er sich essenstechnisch einlässt, wenn er das Mühldorfer Volksfest besucht. Im Erhartinger-Festzelt werde der Focus auf die bayerische Küche gelegt. „Gerne können Besucher, die pflanzliche Kost bevorzugen, etwas zu essen mitbringen. Das stellt für mich kein Problem dar“, betont Leserer. In Biergärten könne man ja auch eine Brotzeit mitnehmen. Er sei letztes Jahr kaum auf vegane Produkte angesprochen worden.
Vegetarische Käsespätzle
und Grillkäse
Manuel Scheyerl und Stefan Staudinger, die beiden Betreiber des neuen Weinstadls sprechen von einer überschaubaren Anzahl an Plätzen in ihrem Stadl. Daher sei die Speisenkarte auch klein gehalten. Was die Wirte auf jeden Fall anbieten wollen, sind vegetarische Gerichte wie Käsespätzle und Grillkäse. Ihrer Erfahrung nach sind vegetarische Angebote tatsächlich recht beliebt. Extra vegane Speisen stehen im Weinstadl aber eher nicht auf der Liste.
Vom Dinoschnitzel bis
zum Knödel
Ein weiteres Thema sind extra Menüs für Kinder. Hier haben alle Wirte Angebote. „Bei uns gibt’s für die Kids extra Dinoschnitzel, aber natürlich ebenso Spätzle und Knödel mit Soße“, sagt Anna-Katharina Lohner. „Außerdem veranstalten wir am Kindertag eine eigene Verlosung“, fügt sie hinzu. Im neuen Weinstadl halten Manuel Scheyerl und Stefan Staudinger halten den Klassiker bereit. „Kinderschnitzel mit Pommes geht ja immer“, davon sind die Gastronomen überzeugt. Auch im Erhartinger-Zelt können sich die Kleinen auf Kindermenüs wie Knödel mit Soße und Spätzle freuen.
Pizza geht immer
Natürlich ist auch außerhalb der Zelte jede Menge geboten. Pizza etwa geht immer, zum Beispiel beim Pizza Stadl der Familie Adel. Vor Corona hat Tochter Nina das Geschäft übernommen und im vergangenen Jahr einen komplett neuen Stand gestaltet. Neben dem Klassiker, der Pizza Salami, gehen auch die vegetarischen Varianten sehr gut, bestätigt die Pizzabäckerin.huc/vk