Den Blick in die Zukunft gerichtet

von Redaktion

Die zukünftige Energieversorgung soll umweltschonend, zuverlässig und bezahlbar sein. Die Gemeinde Amerang beschäftigt sich schon seit vielen Jahren mit genau diesem Thema. Bereits 2013 wurde ein Energienutzungskonzept erstellt, das seither konsequent umgesetzt wird. In einem ersten Schritt wurde beispielsweise der Bau- und Wertstoffhof schon vor Jahren in die Prozesssteuerung der Kläranlage eingebunden. Die PV-Anlage auf dem Bauhofgebäude mit 42 kWp produziert den notwendigen Strom. Der Rest wird ins Netz eingespeist.

Durch die Umrüstung der Straßenbeleuchtung konnte, laut Bürgermeister Konrad Linner (GLA) der Stromverbrauch auf weniger als 25000 kWh halbiert werden und bei der Sanierung kommunaler Gebäude wurde auf größtmögliche Energieeffizienz und erneuerbare Energieträger gesetzt. Elektroladestellen am Rathaus runden die Energiewende vor Ort mit einem Beitrag zur E-Mobilität ab. Ziel der Verantwortlichen ist es, in einer Art Monitoring den Energieverbrauch weiter zu untersuchen und zu optimieren.

Beim aktuellen Neubau des Hauses für Kinder wurde auf die energetischen Belange großen Wert gelegt. Als Heizquelle ist eine Solewärmepumpe mit Tiefensonden vorgesehen. Zur Erzeugung von Strom ist eine Photovoltaikanlage geplant. Die Architektur sieht zudem einen konstruktiven Wärmeschutz durch eine vorgelagerte Fassade vor.  In der gemeindlichen Gesamtschau steht dementsprechend neben der Stromerzeugung auch die Versorgung mit regenerativ gewonnener Wärme ganz oben auf der Agenda. Vor diesem Hintergrund soll im neuesten gemeindlichen Großprojekt die Energieeffizienz mit zentraler, netzgebundener Wärmeversorgung gesteigert werden.

Fernwärmenetz soll
ausgebaut werden

Im Zusammenhang mit der Planung des neuen Ortsteils Kammer wurde daher frühzeitig beschlossen, ein Wärmenetz aufzubauen. Parallel dazu reifte der Entschluss, nach Möglichkeit die Fernwärmeversorgung auch für die Bestandsbebauung im Ort auszubauen. „Alles gut machbar“, fasste der Geschäftsführer der Fernwärme Amerang GmbH, Pascal Lang das Ergebnis einer Machbarkeitsstudie zusammen. Er sah die Umsetzung der Fernwärmeversorgung für den Ort Amerang und seine Gewerbebetriebe weitgehend positiv. Generell solle die Wärmeversorgung zu etwa 51 Prozent über eine Wärmepumpe, zu etwa 48 Prozent über Hackschnitzelkessel und zu einem Prozent über einen Elektrokessel erfolgen. Beim Endausbau kann sich die Aufteilung geringfügig ändern. Zum Projektbeginn umfasst das Wärmenetz nach derzeitiger Planung, eine Gesamtlänge von 10,4 km beziehungsweise im Endausbau von 13,3 km. Die Umsetzung erfordert nach dem aktuellen Planungsstand einen Investitionsaufwand von circa zwölf Millionen Euro. Die Finanzierungsplanung sieht eine öffentliche Förderung durch die Bafa in Höhe von knapp vier Millionen Euro, sowie Baukostenzuschüsse in Höhe von etwa 2,9 Millionen Euro vor. Der verbleibende Betrag von circa 5,5 Millionen Euro wäre aus Eigenmitteln der Gesellschafter und Bankdarlehen zu decken. Laut Pascal Lang lägen die Kosten für den Anschluss eines Einfamilienhauses mit einer Anschlussleistung von bis zu 30 kW einmalig bei 19635 Euro. In der Regel erhalte der Eigentümer hierzu eine staatliche Förderung von mindestens 50 Prozent. Die laufenden Entgelte in Form der jährlichen Grundgebühr beziehungsweise des Arbeitspreises je kWh werden in den nächsten Monaten final festgelegt. Aktuell ist hier ein Wert von etwa 600 Euro pro Jahr beziehungsweise neun ct/kWh mit einer Spanne von plus oder minus zehn Prozent kalkuliert.

Ob es aber letztlich eine Fernwärmeversorgung für den Ort Amerang gibt, hängt maßgeblich davon ab, ob sich genug Eigentümer bei den im November geplanten konkreten Abfragen für einen Anschluss ihres Gebäudes entscheiden. Den benötigten Strom für das Fernwärmenetz sollen geplante Solarparks liefern, die langfristig gesehen, generell eine Vollversorgung des örtlichen Stromenergieverbrauchs abdecken sollen. Laut aktuellen Daten sei dafür ein Flächenbedarf von ca. 40 Hektar notwendig. „Das ist etwa ein Prozent der gesamten Gemeindefläche und unser Beitrag für eine zukunftssicher Energieversorgung,“ betont der Bürgermeister. In puncto Wertschöpfung solle der Betriebssitz der Betreibergesellschaft in der Gemeinde erfolgen. Alle Bürgerinnen und Bürger erhalten die Möglichkeit, Genossenschaftsanteile in Form ökologischer Anlagen zu erwerben. ca

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