Über 90 Jahre gelebtes Handwerk

von Redaktion

Familie Krimplstötter brennt für Herbstfesttradition in Papiertüten

Gebrannte Mandeln: das ist der Duft, der unverweigerlich die Menschen auf die Wiesn lockt. Ein Aroma, das bei jedem Besucher sofort die Vorfreude steigert und Kindheitserinnerungen weckt, denn der einzigartige Geruch dieses Handwerks ist immer gleichgeblieben.

Für viele Besucher beginnt der Wiesnrundgang mit einer Tüte frisch gebrannter Nüsse. Eine Familie, die dieses Wiesngefühl in Papiertüten seit über 90 Jahren verkauft, sind die Krimplstötters.

Alexandra und Heinz stehen zusammen mit ihrem Sohn Manuel am angestammten Platz neben dem Seiteneingang vom Flötzinger Festzelt. Für die Krimplstötters gehört Freundlichkeit ebenso zum Mandelstand, wie der hohe Anspruch an die Qualität der Ware.

„Meine Großeltern, Helene und Alois Biberger, legten den Wiesn-Grundstein“, erklärt Heinz Krimplstötter. Großvater Alois begann seine Karriere als Artist, Feuerschlucker und Fakir. Um ein neues Standbein zu schaffen, wagte sich das Paar 1933 an einen Verkaufsstand auf dem Rosenheimer Herbstfest. Die Familientradition Wiesn begann mit einem kleinen Klapptisch, auf dem sich Spielwaren wie Kuscheltiere und Püppchen zum Umhängen türmten. Oben auf: hübsche Stoff-Schirme. Dies war der Startschuss für mehr als 90 Jahre erfolgreiche Familientradition.

Ende der 1930er-Jahre erweiterten die beiden ihr Geschäft um einen kleinen Eisstand. In den Eisbehältern Klassiker wie Schokolade, Vanille und Erdbeere. „Manchmal wurde es exotisch – hin und wieder gab es Fruchteis aus Ananas“, erinnert sich Helga Krimplstötter, die ihre Eltern unterstützte.

1960 stellte die Familie auf gebrannte Mandeln und andere Nusssorten um. Die Arbeit in der Mandelbraterei war körperlich sehr anstrengend. Alles wurde von Hand gerührt. Zu dieser Zeit war der junge Peter Krimplstötter fleißig mit an Bord und unterstützte seine Frau und Schwiegereltern. Ab 1966 firmierte der Mandelstand unter dem Namen „Krimplstötter“. Helga und Peter hielten fast 50 Jahre höchstpersönlich den hölzernen Rührlöffel zum Mandelbrennen in der Hand, bevor sie in den Ruhestand gingen.

Heinz, der von Kindesbeinen an ausgeholfen hat, übernahm mit seiner Frau Alexandra den Betrieb. Genau wie Peter, der Panzer- und Lkw-Fahrer bei der Bundeswehr war, ist auch Alexandra nicht in ein Schaustellerleben hineingeboren worden. Die gelernte Floristin Alexandra hatte früh Einblick hinter die Volksfestkulissen, weil ihr Papa im Nebenjob Schankkellner war. Als sie Heinz im Tanzcafé Calypso kennengelernt hatte, ging alles ganz schnell. Der Job wurde an den Nagel gehängt, Hochzeit und die Geburt von Söhnchen Manuel machten das Familienglück perfekt.

Manuel war früh klar, dass er in die beruflichen Fußstapfen seiner Familie treten will. Schließlich war er von klein auf mit im elterlichen Mandel- und Imbiss-Geschäft und hat alles von der Pike auf gelernt. „Ich mag es, mit den Menschen zu reden und genieße die Abwechslung, die unser Beruf mit sich bringt. Ein Abstecher in die Welt der Zimmerei hat mir geholfen, dass ich heute viele Dinge selbst bauen und umbauen kann“, so Manuel Krimplstötter. Somit sitzt die vierte Generation Krimplstötters schon fest im Sattel und führt die Tradition der Urgroßeltern mit großer Leidenschaft fort.

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