Ein besonderes Erntedankfest

von Redaktion

Premiere für den neuen Stadtpfarrer Monsignore Thomas Schlichting

Seit Dezember 2023 ist Monsignore Thomas Schlichting der Stadtpfarrer für die drei Stadtteilkirchen Rosenheim Inn und Rosenheim-Am Wasen, seit August 2024 auch für die Stadtteilkirche Rosenheim, Am Zug. Der gebürtige Rosenheimer wird in diesem Jahr zum ersten Mal den großen Erntedankgottesdienst, gemeinsam mit seiner evangelischen Kollegin, Dekanin Dagmar Häfner-Becker, anlässlich des Herbstfestes abhalten.

Die Vorbereitungen dafür sind bereits Anfang Juli angelaufen. Pfarrer Schlichting freut sich auf dieses Fest, denn es ist schließlich der Höhepunkt des Rosenheimer Herbstfestes und für ihn das erste Mal, dass er den Gottesdienst gestaltet. „Es ist spannend für mich, wie alles, was neu ist. Aber wir werden die bisherigen Traditionen und Bausteine übernehmen und natürlich auch gern evangelische Elemente in die Wiesn-Erntedankfeier übernehmen.“

Thomas Schlichting ist in Rosenheim aufgewachsen und absolvierte seine Schulzeit am Finsterwalder-Gymnasium. Als „Hiesiger“ erinnert er sich mit einem lachenden und einem weinenden Auge an das Herbstfest. Das weinende Auge deshalb, weil der Auftakt zur Wiesn auch den baldigen Beginn des nächsten Schuljahres bedeutete, erzählt Schlichting augenzwinkernd.

Besonders schön sind die Erinnerungen an die Wiesnbesuche mit der Familie. „Ich denke gerne an die Ausflüge auf die Wiesn mit meinem Großvater und meinen Cousins, aber auch mit allen anderen Familienmitgliedern zurück“, erzählt der Stadtpfarrer.

Schon damals sei das Herbstfest besonders familienfreundlich gewesen. Den Vergleich hat er, weil er viele Jahre in Sendling gewohnt hat und das Oktoberfest quasi vor seiner Haustür stattfand. „Ich habe aber auch immer versucht, jedes Jahr zumindest einmal zum Rosenheimer Herbstfest zu kommen. Meistens ist mir das auch gelungen. In meinem ‚inneren Kalender‘ ist dieses Ereignis abgespeichert. Das Datum des ersten Wiesn-Samstags, immer der letzte im Monat August, ist in meinem Kopf fest verankert“, erzählt Thomas Schlichting mit einem großen Lächeln im Gesicht.

Zusammenkommen
und das Leben feiern

Als Jugendlicher war er nicht nur Gast auf dem Herbstfest, er hat im Flötzinger Festzelt mit dem Bauchladen Zigaretten verkauft. Ein recht lukrativer Nebenjob für einen Studenten, wie er schmunzelnd verrät.

Aus seelsorgerischer Sicht empfindet Monsignore Schlichting die Wiesn sogar als ein Ereignis mit theologischer Komponente: Es geht schließlich um ein Fest, an dem alle zusammenkommen und das Leben feiern. Er selbst mag es sehr, auf die Wiesn zu gehen – selbstverständlich in der kurzen Lederhos’n, „weil man da leicht und trotzdem gut gekleidet ist.“

Leider hat er kaum Gelegenheit, privat auf die Wiesn zu gehen, weil er viele Wiesn-Verpflichtungen hat. Denen er aber selbstverständlich sehr gerne nachgeht: sei es mit dem Kindergarten, mit der Kirchenverwaltung oder dem Dekanat. Auf die Frage hin, ob er auch die Tradition von Pfarrer Zach beibehält, der jedes Jahr mit einem Verantwortlichen von AuerBräu, dem WV-Vorstandsvorsitzenden Reinhold Frey und dem WV-Geschäftsführer Klaus Hertreiter einen „wilden Ritt“ mit einem der spektakulären Fahrgeschäfte wagte, hält er sich bedeckt: „Noch hat mich keiner gefragt, aber ausschließen möchte ich es nicht“, so Schlichting. „Allerdings muss ich zugeben, dass ich bei solchen Fahrten lieber die Schnittmenge ‚spannend und gemütlich‘ bevorzuge.“

Micha Döser

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