Nein heißt nein!

von Redaktion

Tipps zur Selbstverteidigung von Susanne Adlmaier

Meistens leben die Menschen in der Region friedlich zusammenleben. Nur in seltenen Fällen kommt es zu Übergriffen, die manchmal nicht mal „böse gemeint“ gemeint sind. Besonders bei alkoholisierten Personen kommt ein „Nein!“ jedoch nicht mehr an. Dabei ist ein NEIN immer ein NEIN.

Was tun also, wenn man in eine Situation gerät, die einem Angriff gleichkommt? Susanne Adlmaier macht seit 40 Jahren Kampfsport und erklärt, worauf Frauen achten sollten.

Frau Adlmaier was sind wichtige Punkte beim Thema Selbstverteidigung?

Es klingt einfach und ist es auch: man sollte jede mögliche Gefahr grundsätzlich vermeiden, indem man sich nicht in bestimmte Situationen bringt. Der Spruch von der Mama gilt immer noch: „Geh nicht allein nach Hause, bleibt zusammen!“.

Wer dann doch mal allein heimgehen muss, sollte unbedingt sehr aufmerksam sein, also kein „Ins-Handy-schauen“. Das lenkt von der Umgebung ab und ein möglicher Angreifer hat das Überraschungsmoment auf seiner Seite.

Wer sich aber hellwach, aufmerksam und dann sogar noch sehr selbstbewusst auf den (bitte beleuchteten!) Heimweg macht, verringert sein Risiko deutlich.

Selbstbewusst, was meinen Sie damit?

In unseren Selbstverteidigungskursen stellen wir immer wieder fest: es gibt Menschen, die durch ihre Körperhaltung als sogenannter Opfertyp gelten und einem potenziellen Angreifer signalisieren, dass er hier leichteres Spiel hätte. Aber: das kann man sich abtrainieren. Aufrechte, starke Körperhaltung wird in Selbstverteidigungskursen vermittelt.

Ebenso, wie das Schreien. Klingt erstmal seltsam, ist aber ein großes Thema. Frauen und Mädchen ist es häufig aberzogen, laut zu sein. Schreien gehört für viele Frauen gar nicht zu deren Fähigkeiten. Dabei ist der sogenannte „taktische Schrei“ oft die erste und sofort wirkungsvolle Methode, einen Angreifer abzuwehren, denn es versetzt die angreifende Person auf jeden Fall in Stress. Wer klar und deutlich und sehr laut: „NEIN! Gehen Sie weg! Lassen Sie mich in Ruhe!“ ruft, schreit mögliche Aggressoren manchmal schon in die Flucht. Außerdem werden dadurch auch andere Menschen auf die Situation aufmerksam.

Ein Tipp, den wir unseren Kursteilnehmern immer wieder geben, ist, dass man mögliche Passanten direkt einbeziehen sollte. „Sie da, mit dem grünen Dirndl, bitte filmen Sie das und rufen Sie die Polizei, ich kenne diese Person nicht und fühle mich bedroht!

Wichtig ist, dass man den Angreifer mit Sie anspricht, denn das suggeriert den Passanten, dass es sich hier auf keinen Fall um einen Beziehungsstreit handelt, in den man sich nicht einmischen will. Beide Tipps – also direkte Ansprache der anderen Menschen um einen herum und die Sie-Ansprache des Angreifers, helfen, dass Passanten einem aus der Situation helfen.

Was macht man, wenn da keine Passanten sind?

Das Schreien ist auch an unbelebten Plätzen eine wirkungsvolle Methode. „Hilfe, Feuer!“ ist eine gute Kombination, um beispielsweise Anwohner aufmerksam zu machen, die dann – erstmal aus Eigenschutz heraus – nachsehen, was da los ist und wo es brennt. Sobald jemand für das Opfer zu sehen ist, gilt wiederum die direkte Ansprache der Person mit der Bitte um Hilfe.

Für den Fall, dass da aber bedauerlicherweise wirklich niemand außer Opfer und Täter ist, empfehlen wir den Frauen die Stopphaltung einzunehmen: Kopf vor, Brust raus, Schultern zurück und die Hände dabei vor den Körper halten, um diesen zu schützen. Die Angegriffene sollte einen Schritt zurückgehen und so eine stabile und starke Position einnehmen, in der man nicht so schnell überwältigt werden kann. Jetzt hat man alle Möglichkeiten.

Die Wirkungsvollste ist ein kräftiger Schlag ins Gesicht, das tut jedem Menschen sehr weh und hilft meist schon den Angreifer abzuwehren. Sehr gut geeignet ist ein gezielter Schlag von oben auf die Nasenwurzel.

Bitte mit der flachen Hand, da man sich als Ungeübte mit der Faust auch schnell selbst verletzen kann. Hals, Augen und Ohren sind natürlich auch sehr empfindliche Körperteile und daher bestens geeignet, um einen gezielten Schlag oder Stich mit den Fingern auszuführen. ta

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