Wichtige Rädchen im Getriebe

von Redaktion

Dispo, Logistik, Aboservice, Anzeigenannahme und Telefonzentrale

Eine Zeitungsproduktion ist wie eine komplexe Maschinerie aus vielen Zahnrädern. Im Rampenlicht stehen die Reporter und Redakteure, weil sie die Artikel schreiben und mit ihrem Namen kennzeichnen. Ein Blick hinter die Kulissen offenbart die weniger sichtbaren Triebfedern im Räderwerk. Denn ohne ausgeklügelte Planung und Logistik käme niemals eine Zeitung bei den Lesern an. Die Mitarbeiter der Anzeigenannahme, des Aboservices, der Dispo und der Logistik sind die heimlichen Helden der OVB-Heimatzeitungen.

Wie entsteht die Zeitung? Wer richtet die Seiten für den Lokalteil, den Sport, die Kultur und die Sonderseiten ein? Und zwar so, dass alle Themen unterkommen und kein Fleckchen leer bleibt? Hier, bei der täglichen „Geburtsstunde“ der Zeitung, kommen die Mitarbeiter der Disposition ins Spiel. Logisches Denken, grafisches Vorstellungsvermögen und eine große Portion an Teamfähigkeit sind für sie unerlässlich. Denn die Seitenplanung ist ein kompliziertes Handwerk.

Zwei Vollzeit- und eine Teilzeitkraft arbeiten in der OVB-Dispo. Aus dem Seitenbedarf der verschiedenen Lokalredaktionen, den gebuchten Anzeigen der Medienberater, den Rubrikenmärkten, geplanten Kollektiven oder Sonderthemen und den überregionalen Seiten aus Politik, Bayern, Kultur, Wirtschaft und Sport stellen sie das tägliche Zeitungsprodukt zusammen. Dazu arbeiten sie mit einem speziellen Computerprogramm, das die Seiten bildlich darstellt.

„Die tägliche Herausforderung sind Umfangsunterschiede in den Lokalausgaben, Platzierungswünsche von Anzeigenkunden und eine druckfähige Seitenanordnung“, erklärt Brigitte Jelinek, die seit 2010 die Abteilungen leitet. Zusätzlich werden von der Dispo die Sonderthemen, Rubrikenmärkte und Traueranzeigen „umbrochen“. Das bedeutet, die Anzeigen werden auf der Seite stimmig angeordnet und ausgerichtet. Jetzt können die Redakteure beginnen, die Seiten mit ihren Artikeln zu füllen.

Ist die Zeitung vollständig und gedruckt, kommt eine weitere Abteilung ins Spiel: die Logistik. Ohne sie schafft es kein Exemplar in die Briefkästen der Leser. An einem Samstag zum Beispiel werden im Gesamtverbreitungsgebiet knapp 60000 Zeitungen mit 25 Lkw, durch 460 Zusteller und teilweise per Post verteilt. Das erste Auto nach Mühldorf verlässt um 23.30 Uhr die Druckerei, und die letzte Zeitung sollte möglichst in den frühen Morgenstunden im Briefkasten sein. Das Logistikteam umfasst vier Mitarbeiter, außerdem werden Speditionen mit insgesamt 25 Fahrern pro Nacht beauftragt.

„Vor allem die Wetterverhältnisse machen uns zu schaffen, da viele Zusteller mit dem Fahrrad unterwegs sind“, berichtet Jelinek. Es gebe daher gelegentlich Reklamationen wegen nasser Zeitungen – doch leider seien viele Zugänge zu den Briefkästen nicht überdacht. Besonderen Einsatz zeigten die Logistik-Mitarbeiter anlässlich des Schnee-Chaos am ersten Dezember-Samstag 2023. „Es war fast nicht möglich, die Zeitungen auszuliefern. Die Zusteller haben versucht, am Sonntag und am Montag nachzuliefern“, erinnert sich die Abteilungsleiterin.

Die Mitarbeiter von Brigitte Jelinek sind auch diejenigen, die den direkten Kontakt zu den Lesern pflegen. Denn auch die Telefonzentrale, der Aboservice und die telefonische Anzeigenannahme gehören zu ihren Bereichen.

Das Team für die Telefonzentrale besteht aus drei Teilzeitkräften. Sie beantworten alle in der Zentrale eingehenden Anrufe und leiten sie an die entsprechenden Stellen weiter.

Für den Aboservice arbeiten elf Personen in Teil- und Vollzeit. Sie kümmern sich um alle Angelegenheiten rund ums Abo, Logistikumstellungen, den Zahlungsverkehr und digitale Produkte. Gerade in den Bereichen mit Kundenkontakt brauchen die Mitarbeiter Empathie und gute Nerven. Oberstes Gebot: Am Telefon immer freundlich bleiben. „Gott sei Dank ist der Großteil unserer Abonnenten verständnisvoll, auch wenn mal eine Lieferung nicht geklappt hat“, so Jelinek.

Die Arbeit hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert, wie eine langjährige Mitarbeiterin berichtet. „Früher war alles viel papierlastiger, heute läuft das meiste digital ab“, sagt Christina Glashauser, die seit 15 Jahren im Aboservice tätig ist.

Die telefonische Anzeigenannahme sowie der Kundenschalter, die derzeit übergangsweise in der Hafnerstraße 10 zu finden sind, werden von sieben Personen in Teil- und Vollzeit betreut. Sie kümmern sich um die Erfassung privater Kleinanzeigen für den Kfz- und Immobilienmarkt, die Fundgrube, Trauer- und Glückwunschanzeigen.

Bei so viel Umgang mit Menschen passiert natürlich so manche Kuriosität: „Ein Kunde hat sich einmal selbst mit einer Anzeige zum Geburtstag gratuliert“, erinnert sich Jelinek. Ihre Hauptaufgabe ist die Koordination. Sie führt Besprechungen mit den Teams, findet Lösungen bei Krankheitsfällen und kümmert sich um die Korrespondenz mit den Lesern. Ihr Anspruch: „Die Kunden sollen sich bei uns aufgehoben fühlen und kaiserlich betreut werden.“

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