Ein Fenster zum Rest der Welt

von Redaktion

Was langjährige OVB-Abonnenten an ihrer Heimatzeitung schätzen

Wenn man mit langjährigen Abonnenten der OVB-Heimatzeitungen spricht, fällt ein Satz immer wieder: „Die Zeitung gehört bei uns einfach dazu!“ Gerade auf dem Land sind die OVB-Heimatzeitungen wie ein Fenster zum Rest der Welt. Sie informieren täglich über die Geschehnisse in nah und fern – und sind daher nicht wegzudenken von den Frühstückstischen der Region.

„Wenn ich morgens zum Briefkasten gehe, schaue ich zuerst, ob die Zeitung drin ist. Zum Glück haben wir einen sehr zuverlässigen Austräger, der bringt unsere Ausgabe schon gegen fünf Uhr“, berichtet Karin März aus Oberaudorf.

Nach dem ersten Kaffee wird die Zeitung durchstöbert. Ihr Vater stammte aus dem Münsterland und sei dort selbst in der Zeitungsbranche tätig gewesen. Daher gehörte Zeitunglesen für sie schon immer zum Alltag. „Ich bin eine echte Leseratte“, sagt sie.

Ihr Ehemann habe dann im Februar 1962 das Abo des Oberbayerischen Volksblattes abgeschlossen. „Am besten gefällt mir, dass es viele Artikel über unsere Region und speziell über Oberaudorf gibt“, sagt sie. Nachrichten aus dem Rest der Welt seien zwar auch interessant, doch die höre man auch im Radio.

Karin März war auch selbst schon in der Zeitung, etwa in ihrer Funktion als Gemeinderätin mit dem Elternbeirat. Da der Ehemann Zweiter Bürgermeister in Oberaudorf gewesen sei, sei man sozusagen ortsbekannt. Umso wichtiger sei es, informiert über das Gemeindegeschehen zu sein.

Ein Abonnement
seit 1959

Das ist auch für Matthäus Berndl aus Kraiburg der Hauptgrund, seinem Mühldorfer Anzeiger treu zu bleiben. Die Eltern haben das Abo im März 1959 abgeschlossen, damals sei er Anfang 20 gewesen. „Wissen Sie, wir leben etwa einen Kilometer entfernt von Kraiburg in einem Dorf. Da wollten wir nicht abgehängt werden und mitbekommen, was los ist“, sagt er.

Demnach sind es auch für ihn das lokale politische Geschehen und Geschichten aus dem Gemeinderat, die er am meisten an der Zeitung schätzt. „Früher war es noch so, dass jemand von der Gemeinde immer wieder von Haus zu Haus gegangen ist und die Leute über Wichtiges informiert hat. Das ist heute nicht mehr so und daher würde ich ohne Zeitung nicht mitbekommen, was passiert“, betont Matthäus Berndl.

Das gilt zum Beispiel auch für die Sterbeanzeigen. In der Zeitung erfährt man, wenn jemand gestorben ist, und kann dann auf die Beerdigung gehen. Obwohl das OVB inzwischen auch auf vielen Kanälen im Internet zu erreichen ist – Berndl schwört auf seine Ausgabe auf Papier. „Mit dem Internet bin ich nicht so bewandert“, erklärt er. Für ihn gehört die Zeitung jeden Morgen ganz klassisch auf den Frühstückstisch. Das darf auch noch lange so bleiben, wenn es nach ihm geht: „Hoffentlich bleibt uns unser Zeitungsausträger noch lange erhalten. Wenn ich die Zeitung nicht mehr bekommen würde, würde sie mir sehr fehlen“, betont er.

Elisabeth Schnitzenbaumer ist „ihr“ Mangfall Bote so wichtig, dass sie sogar während eines Reha-Aufenthalts nicht darauf verzichten wollte. Die Bad Feilnbacherin hat sich die Zeitung in die Reha nachschicken lassen, wie sie lachend erzählt. „Damit ich weiß, was zuhause los ist“, ergänzt sie. Ihr Vater habe das Abo im September 1962 abgeschlossen und sie selbst hat es dann übernommen, als sie etwa 60 Jahre alt war. Für die alteingesessene Familie in Bad Feilnbach „gehört es dazu, dass man die Zeitung hat“. Das liegt auch für Elisabeth Schnitzenbaumer in erster Linie an der Lokalberichterstattung, zum Beispiel mit Artikeln aus dem Gemeinderat. „Damit man informiert ist und mitreden kann“, sagt sie. Wenn es nach ihr geht, dürfe die Zeitung gerne so bleiben, wie sie ist. „Ich weiß, die jungen Leute lesen heutzutage gerne im Internet. Das wäre mir aber für die Zukunft wichtig: Dass es das OVB auch weiterhin auf Papier gibt. Denn das gefällt mir von Handling her einfach besser.“

Zuerst geht es
an den Lokalteil

Am liebsten auf Papier liest auch Rosalia Zosseder aus Soyen ihre Wasserburger Zeitung. Sie fängt allerdings beim Schmökern in der Mitte an: Mit dem Teil über Wasserburg. Dann geht es weiter zu den Berichten über die eigene Gemeinde. Dann kommt der gesamte Rest. „Mich interessiert in der Zeitung eigentlich alles“, sagt sie. Das feste Ritual: Immer nach dem Frühstück wird die Zeitung aufgeschlagen. Rund eine Stunde dauere das schon, bis sie alle relevanten Artikel durchgelesen habe. „Wenn ich nicht fertig werde, lese ich sie am Nachmittag nochmal – dann fange ich aber in der Regel von vorne an“, sagt sie. Das OVB-Abo hat sie seit September 1960. Kurz davor hatte das Ehepaar Zosseder geheiratet. „Zur Gründung des eigenen Haushalts musste natürlich auch die Tageszeitung her“, erinnert sie sich. Denn das OVB, das gehört eben einfach dazu.

Print oder digital: Der Regionalteil zählt!

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