Mit relevanten Inhalten die Lebenswirklichkeit der Menschen abbilden

von Redaktion

So sieht der neue Chefredakteur Christoph Maier die Zukunft der gedruckten Zeitung

Seit April ist Christoph Maier neuer Chefredakteur bei den OVB-Heimatzeitungen. Zuvor war er Mitglied der Chefredaktion beim RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND), wo er als Leiter des RND Digital Hubs unter anderem das digitale Nachrichtenportal RND.de mitentwickelt hat. Auch bei der Abendzeitung München war der gebürtige Münchner als Digitalchef tätig. Bei den OVB-Heimatzeitungen verantwortet er nicht nur die redaktionellen Inhalte, sondern treibt auch die digitale Transformation weiter voran.

Lesen Sie die Zeitung lieber online oder gedruckt?

Das kommt auf die Situation an. In der Früh und unterwegs checke ich die wichtigsten Apps und Kanäle digital. Dazu gehören E-Mails und Newsletter.

In ruhigeren Momenten, vor allem am Wochenende beim Frühstück, nehme ich mir Zeit für die gedruckte Zeitung, mit der ich aufgewachsen bin. Print hat einen einmaligen Charme. Online bietet ganz andere Möglichkeiten.

Es gibt Prognosen, die davon ausgehen, dass die gedruckte Zeitung zu einem Nischenprodukt wird. Wie sehen Sie die Zukunft der gedruckten Heimatzeitungen?

Ich freue mich sehr, dass die Nachfrage nach unseren gedruckten Heimatzeitungen hier in der Region sehr stabil ist. Das spornt uns täglich an, ein hochqualitatives Printprodukt abzuliefern. Wir sehen aber auch die Entwicklungen in anderen Teilen Deutschlands. Erste Verlage haben die Zeitungszustellung in einigen Regionen eingestellt, weil sie sich wirtschaftlich nicht mehr rechnet. Journalismus, vor allem regionaler Journalismus darf nicht zu einem Nischenprodukt werden!

Ich bin der Ansicht, dass die gedruckte Zeitung noch länger relevant sein wird, als viele Experten prognostizieren. Dafür müssen wir aber bei allem Fokus auf die digitale Transformation auch das Printprodukt inhaltlich relevant und wirtschaftlich halten. Daran arbeiten wir!

Sie sind nicht nur für die redaktionellen Inhalte verantwortlich, sondern entwickeln auch digitale Formate und Produkte weiter: Was bedeutet das konkret, können Sie hier Beispiel nennen, wohin die Reise geht?

Die Frage, die wir uns als Journalisten täglich stellen sollten, lautet: Wie schaffen wir es, mit relevanten Inhalten, die Lebenswirklichkeit der Menschen zu erreichen? Und auf welchen Kanälen passiert das aktuell und in Zukunft? Eines meiner Lieblingsprojekte ist das Thema digitaler Newsletter. Das kann der morgendliche Brief im E-Mail-Posteingang sein, der knapp über die wichtigsten Themen und Nachrichten des Tages in der jeweiligen Region informiert. Das kann der wöchentliche Newsletter des Chefredakteurs sein, der exklusiv an alle Abonnenten verschickt wird. Das können regionale Newsletter zu den Themen „Bauen und Wohnen“, „Mobilität“ oder „Arbeiten in der Region“ sein.

Außerdem arbeiten wir stetig an Verbesserungen unserer Apps und Online-Auftritte. Auch die gedruckte Zeitung und das E-Paper denken wir übrigens neu und überlegen, wie wir unsere Heimat und die Region noch mehr in den Mittelpunkt rücken können.

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