Herr Dr. Höfter, das Reha-Zentrum ist ein großer Arbeitgeber in der Region. Rund 300 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sind in den verschiedensten Bereichen beschäftigt. Inwiefern unterscheiden Sie sich von anderen Kliniken?
Die geringe Fluktuationsrate unterstreicht die Verbundenheit der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen mit unserem Unternehmen und dem Arbeitgeber Deutsche Rentenversicherung Bund. Das spricht auch für eine positive Unternehmenskultur mit einem vertrauensvollem und wertschätzendem Umgang miteinander sowie Kommunikation auf Augenhöhe. Wir bieten äußerst flexible Arbeitszeiten, alle Formen von Teilzeitarbeitsmodellen und gelten als sehr sicherer und Konjunktur-unabhängiger Arbeitgeber. Auch das Mitspracherecht und die Mitgestaltung des Personals gelten bei uns historisch als sehr hohes Gut. Die Arbeitsplatzgestaltung gerade für behinderte und schwerbehinderte Mitarbeitende ist großzügig und maximal barrierefrei, der Anteil der Schwerbehinderten überdurchschnittlich.
Die Klinik Wendelstein wurde 1964 gegründet, die Rheumaklinik 1969. Seitdem gab es immer wieder Veränderungen, und nun planen Sie einen größeren Umbau in Bad Aibling. Was genau ist geplant?
Mit der Übernahme der Rheumaklinik, deren Träger bis Ende 2021 die Deutsche Rentenversicherung Nordbayern war, durch die Deutsche Rentenversicherung Bund am Standort Bad Aibling, ist seit 2022 ein großes Reha-Zentrum mit zwei Kliniken und gemeinsamen Arbeitsschwerpunkten, jedoch unterschiedlichen Kulturen und Prozessen entstanden. Nun gilt es, sich in einer Zeit der kontinuierlich wandelnden Arbeitswelt den neuen Herausforderungen im Gesundheitswesen zu stellen und Synergieeffekte optimal zu nutzen. Das gilt gerade, wenn es gemeinsame medizinische Schwerpunkte wie Rheuma und Orthopädie, aber durchaus unterschiedliche Strukturen gibt. Das Rehazentrum Bad Aibling stellt sich dem bevorstehenden Transformationsprozess durch eine geplante bauliche Erneuerung bis 2030 unter dem Schlagwort „Rehazentrum 2030“. Bis 2030 ist die Fertigstellung eines gemeinsamen Klinikgebäudes mit einer Kapazität von rund 300 Betten geplant. Die Planungen laufen noch bis 2027. Es wird mit hoher Wahrscheinlichkeit keinen Neubau geben, sondern eher einen Umbau mit Erweiterungsbau an einem Standort – das wird wahrscheinlich der Standort der Klinik Wendelstein in der Kolbermoorer Straße sein.
Sehen Sie im aktuellen Fachkräftemangel ein Risiko für Ihr Haus? Mit welchen Strategien stellen Sie sich dem entgegen?
Im medizinischen Bereich macht sich der Fachkräftemangel in allen Disziplinen bemerkbar, einerseits aufgrund des demografischen Wandels, andererseits aufgrund der großen regionalen Konkurrenz. Deshalb ist es umso wichtiger, als attraktiver Arbeitgeber auch in Zukunft hochqualifizierte Mitarbeitende an unser Unternehmen zu binden. Wir versuchen dies durch Garantie eines sicheren Arbeitsplatzes mit in der Regel unbefristeten Arbeitsverträgen, eine positive Unternehmenskultur, attraktive Teilzeit- und Arbeitszeitmodelle sowie großzügige Fortbildungsangebote zu erreichen.
Wenn Sie morgens auf dem Weg zur Arbeit sind – auf was freuen Sie sich da besonders?
Am meisten freue ich mich auf die vielen Kontakte zu dankbaren Patientinnen und Patienten, spannende medizinischen Herausforderungen und die vielen unterschiedlichen, teils geplanten, teils sich oft zufällig und spontan ergebenden Begegnungen mit vielen Mitarbeitenden, nicht nur aus den medizinischen Bereichen, sondern auch aus anderen Abteilungen, die genauso wichtig sind, wie aus der Haustechnik, Hauswirtschaft, Service oder Empfang. In Gesprächen mit diesen Mitarbeitenden erfährt man oft sehr interessante und sehr wichtige Dinge. Und es ist mir wichtig, auch für die Mitarbeitenden da zu sein, die eher etwas „hinter den Kulissen“ oder in den vermeintlich nicht so „präsenten“ Arbeitsbereichen arbeiten.