Weihrauch, Datteln und Kamele. Dazu einsame Wüsten, grüne Täler, 3000 Meter hohe Berggipfel und vor der Küste ein Paradies zum Schnorcheln und Tauchen: Das alles ist der Oman. Wer in das Märchen von 1001 Nacht eintauchen will, der ist im Oman goldrichtig. Denn die Menschen sind aufgeschlossen, die Landschaft atemberaubend.
Mit dem Flieger geht es von Wien Schwechat, die billigste Flugverbindung mit Etihad, erst nach Abu Dhabi und, nach einem kurzen Zwischenstopp, weiter nach Maskat, in die Metropole des Omans.
Sich treiben lassen
Dort haben wir den ersten Hotelaufenthalt noch von zu Hause aus gebucht. Erst mal ankommen, heißt die Devise. Wir reisen wie immer ohne festes Ziel, buchen jede weitere Unterkunft über Booking. So bleibt man flexibel, bindet sich nicht an Aufenthaltsdauer oder Ort.
Das Mietauto haben wir ebenfalls noch zu Hause klargemacht. Ein Vergleich auf Check24 lohnt sich, um Kosten zu sparen. Und bereits am Flughafen von Maskat stehen die Telekommunikationsfirmen bereit. Eine Datenkarte mit 20 Gigabit zum Schleuderpreis soll es sein, um mit den Daheimgebliebenen zu kommunizieren. Der Urlaub kann beginnen.
Mit knapp 310000 Quadratkilometern ist Oman ähnlich groß wie Italien. Der überwiegende Teil des arabisch-islamischen Landes ist allerdings Wüste, das Leben der Omanis spielt sich in den größeren Städten rund um Maskat ab. Der nächste größere Hotspot für Urlauber befindet sich zehn Fahrstunden weiter im Südwesten, bei Salalah, das den Vergleich zur Karibik nicht zu scheuen braucht.
Unsere zehn Tage konzentrieren sich rund um die Hauptstadt. Und diese Region hat es in sich. 1001 Nacht zum Anfassen. Das beginnt schon mit dem Besuch von Mutrah, einem alten Stadtteil von Maskat mit seinem Hafen und seinem hektischen Basar, der hier auch Suq genannt wird.
Im Hafen liegt Jacht
des Sultans vor Anker
Weihrauch zum fantastischen Preis, allerlei Gewürze, Duftöle, uralte Krummdolche, bunte Kleider, goldglänzender Schmuck, Obst und Gemüse und sonstige Herrlichkeiten bieten die Omanis feil. Im Hafen liegt die Jacht von Sultan Haitham Ibn Tariq, dahinter strahlt die blaue Kuppel der schiitischen Moschee mit der untergehenden Sonne um die Wette. Corniche nennt sich die pittoreske Promenade.
Funkelnder
Kristall-Kronleuchter
In Größe und Strahlkraft kann die Moschee allerdings nicht mit der Sultan Quaboos Moschee, 20 Kilometer vom Zentrum Maskats, mithalten. Sie ist die größte Moschee des Landes. 20000 Gläubige finden dort Platz. An der 50 Meter hohen Kuppel hängt einer der größten Kronleuchter der Welt. Acht Tonnen wiegt der imposante, mit Swarovski-Kristallen bestückte Leuchter. Alles ist blitzblank.
Die Fahrt mit dem Leihauto ist unkompliziert. Die Benzinpreise sind in diesem Land, das natürlich auch durch das Erdölvorkommen Reichtum erlangt hat, billig. Ein Liter Benzin kostet gerade mal 40 Cent.
Stressig sind die Fahrten auf den Schnellstraßen der Hauptstadt. Denn die Omanis fahren gerne schnell, besonders in Kreisverkehren ist allerhöchste Vorsicht geboten. Sobald man die Hauptstadt allerdings verlassen hat, ist es ein sehr komfortables Reisemittel.
Nizwa, mächtige
Festung im Abendlicht
Knapp zwei Stunden dauert die Fahrt nach Nizwa, eine alte Stadt im Süden Maskats, die bekannt ist für die großartig erhaltene Festung aus dem 17. Jahrhundert. Ein Besuch empfiehlt sich vor allem in den Abendstunden, wenn das goldene Licht der Abendsonne die Festung und die komplette Stadt mit ihren Lehmhäusern in ein warmes Licht taucht.
Feilschen um Kamele
auf dem Tiermarkt
Sobald es dunkel ist, blüht das Leben in den Gassen auf. Vor allem für Frühaufsteher interessant: der Tiermarkt, immer freitags, wenn ab 6 Uhr morgens Viehhändler von überall herkommen, um Kühe, Ziegen und auch Kamele an den Mann zu bringen. Dann wird laut gefeilscht.
Tomaten, Knoblauch, Datteln werden gehandelt. Im Schatten der Festung auch einige Männer mit dem Statussymbol der Omanis, dem Krummdolch, die Waffen handeln.
Wadi: Schwimmen im
warmen Naturbecken
Ein absolutes Muss ist ein Besuch der Wadis. Nur eineinhalb Autostunden von Maskat in Richtung Südosten befindet sich das Wadi Shab. Mehrere Kilometer kann man dieses idyllische Tal zwischen Obst- und Gemüsegärten durchwandern. Schwimmend im 25 Grad Celsius warmen Wasser geht es durch natürliche Wasserbecken. Höhepunkt ist eine kleine Höhle mit einem Wasserfall am Ende dieses Tales.
Parallel dazu lohnt auch ein Abstecher zum Wadi Tiwi. Wer wenig Zeit hat und nicht gut zu Fuß ist, kann sich durch einen einheimischen Fahrer dorthin befördern lassen. Die Straße alleine, vorbei an steilen Berghängen, ist schon ein Erlebnis. Am Ende des Spaziergangs durch Gärten, die von dem traditionellen Bewässerungssystem der Omanis gespeist werden, gibt es einen Wasserfall als Belohnung.
Das beeindruckendste Wadi ist mit Sicherheit das Wadi Bani Khalid, etwa 200 Kilometer südlich von Maskat. Dieses versteckte Tal inmitten eines kargen Gebirges ist allerdings nur über die parallel zur Küstenstraße laufende Straße im Norden der Wüste, den Wahiba Sands, erreichbar. Wie eine Oase erhebt sich dieses Kleinod mit seinem smaragdgrünen See, in welchem sich auch Süßwasserfische tummeln. Nicht nur Touristen aus aller Welt kommen hierher. Man trifft viele Familien aus der Region, die sich hier zum Picknick treffen und ziemlich aufgeschlossen sind.
In der Heimat der
Beduinen
Verlässt man Wadi Bani Khalid, werden die Sandhaufen auf der Straße immer mehr. Dünen wandern von der einen zur anderen Seite. Es sind nur wenige Kilometer zu den Wahiba Sands, der Heimat von Beduinen, in die sich ein Abstecher auf jeden Fall lohnt.
Man sollte jedoch genau abwägen, worauf man sich einlässt. Sicherlich kann man die Übernachtung (eine reicht völlig) in einem der feinen Unterkünfte buchen. Viel spannender ist es allerdings, die Gastfreundschaft inmitten einer Familie zu genießen.
Fladenbrot, zubereitet
am offenen Feuer
Wir stehen in Kontakt mit Amir, der nicht nur Kamelritte zum Sonnenuntergang anbietet, sondern auch teilhaben lässt an den Kochkünsten seines 18-jährigen Sohnes, der über offenem Feuer Fladenbrot und Kamelfleisch zubereitet. Seine beiden Schwestern zeigen sich bereits sehr geschäftstüchtig beim Verkauf von kleinen Taschen und Armbändern.
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