Spanferkelgrillen an Heiligabend

von Redaktion

Geselligkeit und Genuss in Bosnien

Anita Neumeier, geborene Juricevic, aus Aßling erzählt von den Weihnachtsfeierlichkeiten in Bosnien: „Üblicherweise wird am 24. Dezember von den Männern ein Schwein gegrillt. Das dauert den ganzen Tag, manchmal, wenn die Männer zu spät beginnen, geht das Grillen auch bis zum Abend. Die Grillerei ist eine unterhaltsame Angelegenheit, denn immer wieder kommen Freunde, Nachbarn und Verwandte auf ein Bier oder einen Schnaps vorbei. Es wird gefachsimpelt, wie man das Schwein am besten grillt und wessen Schwein wohl das schönste und größte ist. Am 24. Dezember selber darf das Schwein aber noch nicht gegessen werden, da am 24. ein Fastentag ist. Schließlich hatten es Josef und Maria an dem Tag auch nicht ganz so leicht. Also gibt es zum Abendessen nur Bohnensalat (aus Käferbohnen) mit Zwiebeln und Brot. Erst nach der Mitternachtsmette darf man sich das leckere Spanferkel schmecken lassen. Oft kommen nach der Kirche auch noch Verwandte vorbei und es wird gegessen und geratscht. Ruhig und besinnlich ist dieser Tag also nicht! Das ist eine lebhafte und herzliche Tradition. Das Spanferkelgrillen und die gesellige Atmosphäre mit Nachbarn und Verwandten schafft unvergessliche Erinnerungen und schöne, gemeinsame Momente. Am 24. Dezember zeigt sich eine tiefe Verbundenheit mit den religiösen Wurzeln des Festes.“

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