Vorfreude und leckere Nudeln

von Redaktion

So feiert man Weihnachten in Neapel

Alfons Massimo aus der Gemeinde Pfaffing, dessen Vater aus Neapel stammt, hat viele unvergessliche Weihnachtsfeste in der Heimat seines Vaters verbracht. Weihnachten, dort bekannt als „Natale“, ist in Neapel ein Fest voller Familienzusammenkünfte, traditioneller Speisen und ausgelassenen Feierlichkeiten, erzählt er.

Die Weihnachtszeit in Neapel sei geprägt von Traditionen und festlichen Aktivitäten, erzählt der Pfaffinger. So beginne die Weihnachtszeit dort bereits am 8. Dezember, dem Feiertag der „Immacolata“, und endet am 6. Januar mit der „Epifania“ – dem Fest der „Befana“. Viele besondere Traditionen und Bräuche prägen speziell neapolitanische Weihnachten. So nimmt die Weihnachtskrippe auch „presepe“ genannt, eine zentrale Stellung ein. Bereits am 8. Dezember wird sie aufgestellt und mit viel Liebe zum Detail gestaltet. Viele Familien erweitern ihre Krippe im Laufe des Dezembers mit neuen Figuren und Dekorationen. Besonders bekannt ist die „Via San Gregorio Armeno“ in Neapel, wo Geschäfte handgefertigte Krippenfiguren anbieten und die Kunst des Krippenbaus traditionell lebendig gehalten wird.

Relativ spät, in den 1950er-Jahren, wurde der Weihnachtsbaum populär, heute ist er meist aus Kunststoff und wird bunt dekoriert. Im Vergleich zur Krippe spielt er jedoch eine eher untergeordnete Rolle im Festgeschehen.

Die Bescherung findet in Neapel am 25. Dezember statt, wenn „Babbo Natale“, der Weihnachtsmann, die Geschenke unter den Baum oder neben die Krippe legt. Früher brachte zudem die Hexe „Befana“ am 6. Januar Geschenke, die heute immer noch oft in Form von Süßigkeiten überreicht werden. Insgesamt ist die Weihnachtszeit in Neapel geprägt von zahlreichen öffentlichen Festlichkeiten und Veranstaltungen. So ziehen Konzerte, Krippenausstellungen und Weihnachtsmärkte, besonders auf der Piazza del Plebiscita, sowohl Einheimische als auch Touristen in ihren Bann.

An Heiligabend dann kommen die Familien zu einem traditionellen, fleischlosen Festmahl zusammen, das oft aus Fisch- und Meeresfrüchtegerichten besteht, zum Beispiel aus Spaghetti mit Venusmuscheln, frittiertem Aal, Stockfisch und Blumenkohlsalat mit eingelegtem Gemüse.

Am ersten Weihnachtstag folgt dann ein üppiges fleischhaltiges Familienessen, oft bestehend aus Hühnersuppe mit Gemüse, Cannelloni oder Tortellini al Ragú, gekochtem Suppenhuhn und Weihnachts-Brokkoli, dazu gibt es die berühmte „Panettone“ als Dessertabschluss.

Zur Einstimmung auf das Fest verrät Alfons Massimo das typisch neapolitanische Rezept für „Spaghetti Vongole“. Das Gericht stammt ursprünglich aus der Küstenstadt Neapel und wird dort traditionell am 24. Dezember serviert.

Zutaten:

200 g Spaghetti

500 g frische Venusmuscheln

1/4 l Weißwein

4 EL Olivenöl

1 Zwiebel, fein gehackt

1 Knoblauchzehe, fein gehackt

1 Bund glatte Petersilie, fein gehackt

1EL Butter

1 Zitrone, Saft

Frisch gemahlener Pfeffer

Salz und Olivenöl zum Abschmecken

Und so werden die Spaghetti zubereitet:

Venusmuscheln gründlich waschen und offene Muscheln aussortieren. Anschließend in einem Topf mit dem Weißwein aufkochen. Nach circa 5 Minuten sollten sich alle Muscheln geöffnet haben. Die ungeöffneten Muschen wegwerfen, die restlichen aus dem Sud nehmen und abkühlen lassen. Sud aufheben. 4 EL Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und darin Petersilie, Zwiebel und Knoblauch andünsten. Nach ein paar Minuten mit dem Muschelsud aufgießen und auf die Hälfte einköcheln lassen. Wähdie Spaghetti darin „al dente“ kochen, Muscheln zurück in die Pfanne geben, Zitronensaft und Butter zufügen. Mit frisch gemahlenem Pfeffer würzen. Sobald die Spaghetti gar sind, abgießen und zur Soße geben. Gut mischen und auf vorgewärmten Tellern anrichten.

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